Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Globaler Klimastreik: Auch in Cloppenburg und Vechta gehen die Menschen auf die Straße

Die Aktion findet 2 Tage vor der Bundestagswahl statt. "Die nächste Koalition ist die letzte, die die Klimakrise noch eindämmen kann", sagt Organisator Nils Wolke.

Artikel teilen:
Wie viele Menschen nehmen diesmal teil? Vor der Pandemie gingen – wie hier 2019 in Vechta – Tausende gegen die Klimakrise auf die Straße, seit Corona hingegen deutlich weniger. Foto: M. Niehues

Wie viele Menschen nehmen diesmal teil? Vor der Pandemie gingen – wie hier 2019 in Vechta – Tausende gegen die Klimakrise auf die Straße, seit Corona hingegen deutlich weniger. Foto: M. Niehues

Die Organisation Fridays for Future ruft für den 24. September zum globalen Klimastreik auf. 2 Tage vor der Bundestagswahl wollen die Aktivistinnen und Aktivisten die Bevölkerung für mehr Klimaschutz mobilisieren und Druck auf politische Entscheidungsträger ausüben. Deutschlandweit finden fast 400 Aktionen statt, 2 davon im Oldenburger Münsterland, wie die Organisatoren jetzt gegenüber OM Online mitteilten.

Früh auf den Beinen sein werden die Klimaschützer in Vechta. Dort beginnt die Protestveranstaltung bereits um 9 Uhr. Treffpunkt ist der Zitadellenpark vor dem Zeughaus. Von dieser Stelle aus soll sich der Demonstrationszug Richtung Innenstadt in Bewegung setzen. In Cloppenburg beginnt die Demonstration um 12 Uhr am Stadtpark und verläuft „wie gehabt durch die Innenstadt zum Rathaus“, sagt der aus der Gemeinde Essen stammende Sprecher von Fridays for Future Oldenburger Münsterland, Nils Wolke.

Schwierig einzuschätzen sei – vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie – die Beteiligung. So kalkulieren die Organisatoren in Cloppenburg vorsichtig mit 80 Teilnehmenden. Vor der Pandemie, etwa im September 2019, waren in Vechta noch mehrere tausend Menschen auf der Straße.

Der 18-jährige Nils Wolke aus der Gemeinde Essen (Oldenburg) ist eines der Sprachrohre von Fridays for Future im Oldenburger Münsterland. Foto: SpeckmannDer 18-jährige Nils Wolke aus der Gemeinde Essen (Oldenburg) ist eines der Sprachrohre von Fridays for Future im Oldenburger Münsterland. Foto: Speckmann

Wie auch immer: Motivation und Problemlage haben sich nicht geändert. „Mit der breiten Gesellschaft, mit Schulfreunden, Omas und Opas, Kolleginnen, Eltern und vielen mehr werden wir am 24. September überall streiken. Wir streiken, weil wir gerechte Klimapolitik für alle verlangen, die jetzt handelt und nicht die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen aufs Spiel setzt“, sagt eine weitere Sprecherin des Bündnisses, Hanna Ha Minh aus Cloppenburg.

Der Termin – 2 Tage vor der Bundestagswahl – wurde dabei ganz bewusst gewählt. „Bei dieser Wahl tragen die Menschen, die keine Stimme auf dem Wahlzettel haben, die desaströsen Konsequenzen der Politik der Bundesregierung. Die nächste Koalition ist die letzte, die die Klimakrise noch eindämmen kann. Wir fordern alle auf, mit uns gemeinsam diese Stimmen laut zu machen", ergänzt Nils Wolke.

"Die letzten Jahre haben gezeigt: Ohne uns alle auf den Straßen wird sich nichts ändern."Nils Wolke, Sprecher von Fridays for Future Oldenburger Münsterland

Der 18-Jährige spielt mit seiner Kritik darauf an, dass etwa bei den niedersächsischen Kommunalwahlen vor wenigen Tagen 16-Jährige abstimmen durften, bei der Bundestagswahl am 26. September aber nur teilnehmen darf, wer am Wahltag mindestens 18 Jahre alt ist. Erst im Mai waren entsprechende Gesetzentwürfe der Fraktionen von FDP und Grünen zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD abgelehnt worden.

Wolke bemängelt aber nicht nur die Ausgrenzung der jungen Wählerinnen und Wähler, sondern auch die aus seiner Sicht mangelhafte Klimaschutzpolitik. „Keine Partei hat einen 1,5-Grad-Plan (zur Begrenzung der globalen Erderwärmung, Anmerkung der Redaktion) im Wahlprogramm vorgelegt. Wir müssen zeigen, dass wir die nächste Regierung nicht damit durchkommen lassen, globale und regionale Ungerechtigkeiten weiter anzufeuern. Dazu sind grundlegende strukturelle Veränderungen in progressiven Koalitionen notwendig. Die letzten Jahre haben gezeigt: Ohne uns alle auf den Straßen wird sich nichts ändern.“

Große Unterstützung aus Gesellschaft und Kirche

Generell fordern die Aktivistinnen und Aktivisten, die schon seit drei Jahren gegen die fortschreitende Erderwärmung auf die Straße gehen, also einen sofortigen systemischen Wandel und die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens, auf das sich die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 geeinigt hatte. Heißt: Probleme sollen bei der Wurzel gepackt werden, anstatt nur auf wenige klimapolitische Leuchtturmprojekte zu setzen.

Dem globalen Streikaufruf unter dem Motto #AllefürsKlima haben sich nach Angaben von Fridays for Future 200 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Kirchen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), sowie 4.000 Unternehmen angeschlossen. Zu den Unterstützern zählen etwa die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, Nabu, WWF und BUND, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie der ehemalige Lehrer an der Liebfrauenschule Vechta und jetzige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Er hatte die Gläubigen seines Bistums direkt dazu aufgerufen, sich an dem globalen Klimastreik zu beteiligen.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Globaler Klimastreik: Auch in Cloppenburg und Vechta gehen die Menschen auf die Straße - OM online