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Gesundheitsminister: Astrazeneca nur noch ab 60 Jahren

Nach dem Willen der Gesundheitsminister soll das Vakzin vorerst nicht mehr standardmäßig an Jüngere verimpft werden. Grund ist eine gefährliche Nebenwirkung - die aber nur extrem selten auftritt.

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Ein Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen Corona. Foto: dpa/Michael

Ein Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen Corona. Foto: dpa/Michael

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Unter 60-Jährige sollen sich «nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung» weiterhin damit impfen lassen können, wie aus dem Beschluss hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung mit Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Wie die am Robert Koch-Institut angesiedelte Expertengruppe mitteilt, habe man sich auch unter Hinzuziehung externer Experten «mehrheitlich» für diese Empfehlung entschieden.

An der Zweitimpfung wollen die Minister aber nicht rütteln

Grundlage seien die derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten "seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen". Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten.

Zur Zweitimpfung von Menschen, die bereits die erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine Empfehlung abgeben. Nach dem Impfstart mit dem Vakzin Anfang Februar und bei einem empfohlenen Abstand von 12 Wochen zur ersten Impfung seien die ersten Zweitimpfungen Anfang Mai vorgesehen, hieß es weiter.

Hintergrund der Diskussionen sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55. Die Länder Berlin und Brandenburg, die Stadt München und inzwischen auch Nordrhein-Westfahlen setzten deshalb Impfungen mit Astrazeneca für bestimmte Bevölkerungsgruppen aus - einige für alle unter 60 Jahren, andere nur für jüngere Frauen. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nannte den vorläufigen Stopp eine "Vorsichtsmaßnahme".

In Deutschland sind laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bislang 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekannt. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut berichtete.

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