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Gespielt werden darf überall

32 Spielplätze gibt es noch in der Gemeinde Lastrup. Nicht alle dürften in den kommenden Jahren gepflegt und erhalten werden.

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Im Bau: Der Schulhof der Oberschule in Lastrup wird zurzeit renoviert. Foto: Meyer

Im Bau: Der Schulhof der Oberschule in Lastrup wird zurzeit renoviert. Foto: Meyer

Wo sollen Kinder in neuen Baugebieten toben dürfen, wenn Gemeinden keine öffentlichen Spielplätze mehr ausweisen? Diese Frage  hatte eine Zuhörerin am Rande der Ratssitzung in Lastrup gestellt. Für Bürgermeister Michael Kramer ist die Antwort einfach. Gespielt werden darf überall dort, wo die Kommune öffentlichen Raum schafft. Und das geschehe bereits.

Hintergrund der Frage war der Verkauf eines ehemaligen Spielplatzgeländes an einen Lastruper Zahnarzt.  Das Gelände dient inzwischen als Parkplatz. Dass die Gemeinde Spielplätze, die nicht mehr genutzt und auch nicht mehr gepflegt werden,   verkaufen kann, hält Kramer für normal. Interessenten müssten jedoch ein Nutzungskonzept vorlegen, ehe sich der Rat mit dem Anliegen befasst.

Von der Pflicht, in Baugebieten neue Spielplätze zu schaffen, sind private und kommunale Bauherren in Niedersachsen bereits seit über zehn Jahren befreit. Der Landtag hatte 2008 die Abschaffung beschlossen, um „überflüssige bürokratische Vorgaben“ zu bekämpfen. Das Gesetz hatte bis dahin unter anderem geregelt, dass Klettergerüste und Sandkästen nicht weiter als 400 Meter von Wohngebieten entfernt liegen dürfen. Deren Größe und Menge wurde durch die Zahl der Anwohner bestimmt - unabhängig davon, ob dort auch Kinder wohnen. Seit 2009 können die Gemeinden nun selbst bestimmen, wo sie Spielplätze aufbauen oder wieder abreißen wollen.

"Quartiersplatz" im Heiddresch geplant

Freie Hand hatten die Lastruper daher für das neue große Baugebiet Heiddresch. Extra ausgewiesene Spielplätze tauchen in der Planung denn auch gar nicht auf. Gespielt werden soll aber trotzdem. „Unser Konzept sieht nämlich deutlich mehr Grünflächen als in traditionellen Wohngegenden vor“, erklärt Kramer. Geplant ist außerdem ein zentraler „Quartiersplatz“ mit Sitzgelegenheiten, an dem sich alte und junge Bewohner treffen sollen. „Auch hier können einmal Spielgeräte aufgestellt werden“, betont  der Bürgermeister. Kinder und Jugendliche sollen außerdem die Schulspielplätze auch nach Schulschluss bevölkern dürfen.

Der Pausenhof der Oberschule wird dafür derzeit kräftig aufgehübscht. Die Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Entstanden sind bereits zahlreiche Klettermöglichkeiten und Aufenthaltsorte. Für Kramer ist das Konzept zeitgemäß. Andererseits unterstützt die Gemeinde Spielplatzgemeinschaften weiterhin finanziell. 2000 Euro jährlich erhält jede von ihnen, um notwendige Reparaturen vorzunehmen. Das Angebot werde rege angenommen.

Und auch das betonte Michael Kramer: Sollten Spielplatz- und Siedlergemeinschaften ebenfalls neue Wege gehen wollen und ihre Spielplätze zu Orten der Begegnung umkrempeln, sei die Gemeinde dafür offen.

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