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Gesiegt haben wir nicht

Thema: Ende des Afghanistan-Einsatzes - In den 20 Jahren ist so einiges im Land passiert. Dass diese Errungenschaften wohl vergehen werden, ist dramatisch.

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Philipp Ebert

Philipp Ebert

Fast 20 Jahre lang waren alliierte Soldaten in Afghanistan stationiert. Dort haben sie gekämpft, dort haben sie gebaut – und dort sind manche gestorben. Der Staat am Hindukusch war im Herbst 2001 schnell eingenommen. Doch besiegt wurden die Taliban nie. Sie versteckten sich, attackierten die westlichen Truppen, terrorisierten die afghanische Zivilbevölkerung. Unzählige Menschen starben einen sinnlosen und grausamen Tod.

Nun sind die Truppen abgezogen und es scheint festzustehen, dass die Taliban in nicht allzu ferner Zeit wieder das Ruder in Afghanistan an sich reißen werden. Ein wichtiger politischer Akteur ist die islamistische Terrortruppe ohnehin stets geblieben.

War der Einsatz also sinnlos? War "nichts gut in Afghanistan", wie die evangelische Bischöfin Margot Käßmann einst konstatierte?

"Hat es sich gelohnt – darauf gibt es keine Antwort."Philipp Ebert

Das zu behaupten, wäre zynisch. In den 20 Jahren, in denen westliche Truppen für etwas Sicherheit gesorgt haben, wuchs die Lebenserwartung. Mädchen konnten zur Schule gehen, Frauen größere Freiheiten genießen. Das alles ist allerhand. Dass diese Errungenschaften vielleicht vergehen werden, ist dramatisch.

Hat es sich gelohnt – darauf gibt es keine Antwort. Der Krieg in Afghanistan wurde gekämpft – er brachte Licht und Schatten, hüben wie drüben. Gesiegt haben wir nicht.

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