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Gemeinde Holdorf plant neues Baugebiet in Langenberg

An der Bahnhofstraße könnten mittel- bis langfristig bis zu 85 Grundstücke entstehen. Der Planungsausschuss hat viele Ideen für die Flächen - und bringt neue Wohnformen in die Diskussion ein.

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Viel Platz: Auf dieser Fläche am Ortseingang in Langenberg soll Wohnraum entstehen. Foto: Böckmann

Viel Platz: Auf dieser Fläche am Ortseingang in Langenberg soll Wohnraum entstehen. Foto: Böckmann

Bauplätze sind in Holdorf beliebt. Auch auf das neue Wohngebiet Sonnenkamp war der Run groß. Für die 17 Bauplätze im Holdorfer Osten hatte die Gemeinde 169 Bewerbungen erhalten. Noch vor Weihnachten sollen die Bauplätze nun verlost werden. 

Für alle Bauwilligen, die nicht aus dem Lostopf gezogen werden, gibt es nun diese Nachricht: Die Gemeinde plant in Langenberg an der Bahnhofstraße ein neues Wohngebiet. Die Verwaltung hat dort zwei Flächen erworben. In drei Abschnitten könnten dort mittel- bis langfristig rund 85 Grundstücke entstehen.

Bis die Bagger rollen, wird es noch dauern. Zunächst muss unter anderem der Flächennutzungsplan geändert werden, um Baurecht zu schaffen. Der Planungs- und Bauausschuss hat dafür jetzt die ersten Schritte eingeleitet. In der Sitzung des Fachausschusses entwickelte sich direkt eine lebendige, aber harmonische Diskussion darüber, wie das rund fünf Hektar große Baugebiet aussehen könnte.

Langenberg wächst mit rasender Geschwindigkeit

Bürgermeister Dr. Wolfgang  Krug sagte: Die Gemeinde hätte sich nicht vorstellen können, dass der Lange Berg in Langenberg mit den vier Wohngebieten "Ernst Böhm" I bis III und "Herbert Klose" "in einer derartigen Geschwindigkeit wachsen wird". Die Verwaltung sei davon ausgegangen, dass diese Bauplätze die nächsten 20 Jahre reichen würden. Taten sie aber nicht.

Aber, das betonte Krug auch: Die Gemeinde werde jetzt nicht "auf Teufel komm raus" die Flächen vermarkten. Wie vom Rat beschlossen, werde die Gemeinde bei der Ausweisung von Bauland weiter etwas auf die Bremse treten. Weshalb auf der potenziellen Baufläche zunächst auch nur der vordere Teil an der Bahnhofstraße entwickelt werden soll – um sich dann stückweise Richtung Steinfeld zu bewegen.

Die Politiker debattierten indes detaillierter, als es vielleicht zu erwarten gewesen war. Sergej Belz von der Interessengemeinschaft Holdorf kritisierte den ersten Entwurf zur Grundstücksverteilung und -größe. "Wir müssen weg vom Ressourcenverbrauch wie in den vergangenen 30 Jahren." Die Politik dürfe nicht einfach einen Haken hinter diesen Entwurf setzen, weil sie es immer schon so gemacht habe. In dem neuen Wohngebiet müsse "etwas Innovatives passieren". Es gebe viele Möglichkeiten. Zum Beispiel diese: Mehrere Familien könnten sich in einer Art Wohnquartier einen Garten teilen. Bauwillige müssten auch in eine Richtung geführt werden, fand Belz.

Martin Lampe von der SPD regte angesichts der Klimadebatte ein "alternatives Wohngebiet" an. Lässt sich ein bestimmter energetischer Status vorgeben? Was ist mit Passivhäusern? Diesem Vorschlag konnte auch die CDU grundsätzlich etwas abgewinnen. Die Förderung von Photovoltaikanlagen auf Dächern sei etwa eine weitere Option. Stefan Witte fand es wichtig, eine Bedarfsanalyse aufzustellen. Wie ist die Nachfrage für ein energetisches Wohngebiet? Sind die Wohnungen dann noch zu bezahlen? "Es hilft uns nichts, wenn wir gegen den Bedarf steuern."

Diesen Ball griff auch der Bürgermeister auf. Er betonte, auch mit Blick auf die Worte von IGeHo-Mann Belz zur Grundstücksgröße, folgendes: Bislang seien 900 Quadratmeter große Parzellen immer beliebter als 600 Quadratmeter große Grundstücke gewesen. Krug sagte auch: "Ich halte es für den richtigen Weg, über alternative Geschichten nachzudenken." In der Januar-Sitzung möchte der Fachausschuss das Thema dann weiter vertiefen.


Holdorf will Baulückenkataster aufstellen

Welche Flächen könnten perspektivisch als Bauland genutzt werden? Wo gibt es im Ortszentrum noch Baulücken? Welche freien Flächen fallen wegen einer landwirtschaftlichen Nutzung gleich raus? Diese Fragen will die Gemeinde Holdorf in dieser Ratsperiode klären – anhand eines Baulückenkatasters. 

Die Anregung dazu kam vom Ratsvorsitzenden Mario Stickfort (CDU) und wurde in der Sitzung des Bauausschusses das erste Mal grob skizziert. Es sei eine gute Information für Bauwillige oder Flächeneigentümer zu wissen, welchen Status ein Acker oder eine Wiese hat. Diesen Gedanken unterstützte auch Andreas Lucht (IGeHo). Ein Baulückenkataster sei eine gute Sache. "Es ist besser, eine Lücke zu schließen, als einen Acker zu versiegeln."

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