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Gelhaus glaubt: „Der Untergang der Sowjetunion war ein Trauma für Putin“

Historiker Dr. Hubert Gelhaus skizzierte das Leben von Wladimir Putin. Der spontane Vortrag im Cloppenburger Bildungswerk stieß auf positive Resonanz.

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Wladimir Putin. Foto: dpa

Wladimir Putin. Foto: dpa

„Ich, Putin, und mein Weg in den Krieg“: So betitelte Dr. Hubert Gelhaus seinen spontan angesetzten Vortrag im Bildungswerk. Auch fünf Menschen aus der Ukraine befanden sich unter den 40 Teilnehmenden, die Resonanz bewies den hohen Diskussions- und Informationsbedarf.

Der Cloppenburger Historiker skizzierte kurz Putins Lebenslauf und erwähnte dabei auch seine Zeit als KGB-Offizier in der Auslandsspionage mit Tätigkeit in Dresden. 1990 kehrte Putin in die noch bestehende UdSSR zurück. „Der Untergang der Sowjetunion war ein Trauma für Putin“, sagte Gelhaus, „systematisch hat er daran gearbeitet, das russische Imperium wieder zu restaurieren“, fuhr er fort.

Um dieses Ziel zu erreichen, habe er mehrere Kriege geführt: erster und zweiter Tschetschenienkrieg, kriegerische Auseinandersetzung in Georgien, die Annexion der Krim und jetzt der vorgegebene Anspruch auf die Volksrepubliken Donezk und Luhansk. „Mit dem Einmarsch in die Ukraine hat er die Absicht, das ganze Land zu unterwerfen“, machte der Historiker deutlich.

Teilnehmer aus der Ukraine berichteten persönlich. Foto: Ulrich KrugTeilnehmer aus der Ukraine berichteten persönlich. Foto: Ulrich Krug

Gorbatschow sei für Putin der schwächste Herrscher der Vergangenheit gewesen, er sei das Symbol des russischen Niedergangs. Russland gebühre der Rang eines Imperiums nach Sicht des russischen Autokraten. „Putin will die Ordnung Europas korrigieren, sei es durch Krieg“, stellte Gelhaus nüchtern fest. Der Regierungschef berufe sich darauf, dass die Nato trotz seiner Proteste und Bedenken sehr dicht an Russlands Grenzen herangekommen sei.

Der Westen berufe sich auf die Charta der Vereinten Nationen und auf die vom West- und Ostblock unterzeichneten Schlussakte von Helsinki. Demnach sei unter anderem jedes Land souverän. Putin habe nun die Grenzen verletzt, der Angriff sei durch das tapfer kämpfende ukrainische Volk trotz aller Gräueltaten der russischen Armee bisher nicht so verlaufen, wie Putin und sein Stab sich das wohl gedacht hätten.

Weitere Veranstaltungen sind geplant

Die teilnehmenden Ukrainerinnen und Ukrainer berichteten von erschütternden Erlebnissen ihrer Verwandten, die die Zuhörerschaft betroffen machten. Sie dankten für die große Solidarität, die sie in diesen Tagen erfahren hätten.

„Wie kommen Putin und die Welt aus diesem Dilemma wieder heraus“, fragte Gelhaus. Putin sei unberechenbar und seine Vorgehensweisen zeige Parallelen zu Adolf Hitler. Diesem sei zum Schluss sein eigenes Volk auch egal gewesen. Große Sorge zeige sich nicht nur bei der Zuhörerschaft im Bildungswerk, sondern bei allen Europäerinnen und Europäern vor einem Flächenbrand. Die Veranstaltung findet ihre Fortsetzung am 21. April (Donnerstag) um 19 Uhr. Außerdem ist Gelhaus am 2. April (Samstag) bei der Männersache zu Gast, Anmeldungen sind unter Telefon 04471/9108-0 möglich.

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