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Geißel der Ignoranten

Thema: Corona und die Ruhe vor dem Sturm - In der Pandemie kommt es auf Solidarität an, die zunehmend zu schwinden droht. Befinden wir uns bereits im Auge des Sturms?

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Wenn uns die Pandemie eines lehrt, dann dass wir ohne flächendeckende Solidarität aufgeschmissen sind. Umso verstörender ist, dass die schützende Einigkeit der ordentlichen Mehrheit in Deutschland vermehrt Gefahr läuft, zur Geißel der selbst- und zum Teil partysüchtigen Corona-Ignoranten zu werden.

Das gilt insbesondere für die städtischen Ballungszentren, angefangen mit der Hauptstadt. Hier haben Wenige die Freiheit Aller aufs Spiel gesetzt. Kommunale Konsequenzen? Fehlanzeige. Das muntere Trinken im privaten Raum hält weiterhin problemlos Einzug.

Das Virus ist neu – von Tag zu Tag werden wir um einige Erkenntnisse reicher. Lernwilligkeit ist da. Das zeigt die akribische Nachverfolgung von Infektionsketten. Das macht keineswegs kritikimmun. An anderer Stelle hapert's. Die Unsicherheit und Anfälligkeit der Regierung offenbart sich im Prinzip des Föderalismus. Ein Resultat: Das Beherbergungsverbot, das laut Gesundheitsminister Spahn nicht wesentlich zur Ausbreitung des Erregers beiträgt. Ein Spagat zwischen Wirtschaft und Gesundheit wäre möglich gewesen. Doch: Keine Einigkeit. Außer Spesen ist vom Corona-Gipfel nichts gewesen. Hier ist die Politik gefordert, Lösungen zu finden.

Von kompromisslosen Maßnahmen, worauf die Weltgesundheitsorganisation drängt, sind wir noch weit entfernt. Dass künftig Einschränkungen wie in Tschechien und Frankreich abzuwenden sind, bleibt zu hoffen – wirkt aber unwahrscheinlich. Die Ruhe vor dem Sturm ist womöglich längst vorüber. Ob wir im Auge des Orkans stehen, wird sich schnell zeigen.

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