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Gegner der Brennelementefabrik im Emsland hoffen auf die Ampel

Kritiker der Fabrik setzen auf die neue Bundesregierung: In einem Brief an die grünen Minister Habeck und Lemke fordern sie, den geplanten Einstieg eines russischen Unternehmens zu verhindern.

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Blick auf ein Zugangstor vom Werk der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen. Foto: Friso Gentsch / dpa

Blick auf ein Zugangstor vom Werk der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen. Foto: Friso Gentsch / dpa

Die Gegner der Brennelementefabrik im emsländischen Lingen haben sich mit der Forderung nach einem Verbot des Einstiegs eines russischen Konzerns in das Unternehmen direkt an die Bundesminister Robert Habeck und Steffi Lemke gewandt. Das Vorhaben konterkariere den Atomausstieg in Deutschland, heißt es in den am Freitag veröffentlichten Brief an die beiden Bundesminister von Bündnis 90/Die Grünen.

Zugleich öffne das geplante Joint Venture eine neue Tür für Russland in den europäischen Atom- und Energiemarkt: «Anstatt die Atomenergienutzung einzudämmen, würde die Bundesregierung eine erneute Ausweitung der Atomenergienutzung ermöglichen - und das von einem deutschen Atomstandort aus», schreibt das Aktionsbündnis.

Fabrik gehört französischem Unternehmen Framatome

Der russische Atomkonzern Rosatom will in die Brennelementefabrik in Lingen einsteigen, die dem französischen Unternehmen Framatome gehört. Gegen diese Pläne wendet sich ein breites Bündnis von 126 Organisationen aus Deutschland, Frankreich, Russland und anderen Ländern, sagte Alexander Vent vom Bündnis «AgiEL - AtomkraftgegnerInnen im Emsland». Die Brennelementefabrik in Lingen beliefert unter anderem Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Schweden und Finnland.

Die Bürgerinitiativen befürchten, dass die russische Atomindustrie Teile der Brennelementeproduktion von Russland nach Deutschland auslagern will. Damit könnten EU-Sanktionen in anderen Bereichen unterlaufen werden. «Wir fordern von der französischen und der russischen Regierung den sofortigen Verzicht auf diese atompolitische Kooperation in Deutschland», heißt es in der Resolution. Die Präsidenten Emanuel Macron in Frankreich und Wladimir Putin in Russland sollten den Atomausstieg in Deutschland respektieren.

Die Bundesregierung solle auch die Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen einleiten, hieß es. Ebenso wie die Urananreicherungsanlage im benachbarten münsterländischen Gronau sei sie vom Atomausstieg ausgenommen.

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