Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Gegenkandidatin zu Steinmeier? CDU-Spitzenvertreter im OM uneinig

Von Christdemokraten vor Ort gibt es gemischte Reaktionen auf den Vorstoß des NRW-Ministerpräsidenten Wüst. Er fordert, dass die Union eine Frau ins Rennen um das Amt des Staatsoberhaupts schickt.

Artikel teilen:
Kampf um Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will am 13. Februar in eine zweite Amtszeit starten. Nun gibt es Gegenwind aus der Union. Foto: dpa/Soeder 

Kampf um Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will am 13. Februar in eine zweite Amtszeit starten. Nun gibt es Gegenwind aus der Union. Foto: dpa/Soeder 

Soll die Union bei der Wahl des Staatsoberhaupts eine Frau als Gegenkandidatin zu Frank-Walter Steinmeier aufstellen, der am 13. Februar erneut Bundespräsident werden will? Das jedenfalls hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Wochenende gefordert – und in der Union wohl eine neue Personaldebatte in Gang gesetzt. Namen kursieren öffentlich allerdings noch nicht.

Auf Bundesebene haben sich aber bereits Unterstützer dieses Vorstoßes zu Wort gemeldet, darunter der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz und CDU-Vize Thomas Strobl. Bei einer Umfrage von OM online unter Spitzenvertretern der Christdemokraten im Oldenburger Münsterland zeigt sich jedoch ein sehr gemischtes Bild.

Begrüßt den Vorstoß von Wüst: Silvia Breher, CDU-Bundestagsabgeordnete und CDU-Vizevorsitzende. Foto: dpaKappelerBegrüßt den Vorstoß von Wüst: Silvia Breher, CDU-Bundestagsabgeordnete und CDU-Vizevorsitzende. Foto: dpa/Kappeler

Auf ein klar positives Echo trifft Wüsts Initiative bei der heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Silvia Breher aus Lindern. "Grundsätzlich würde ich es sehr begrüßen, dass wir eine eigene Kandidatin aufstellen und dass eine Frau Bundespräsidentin wird", sagte Breher, die auch Vorsitzende des Oldenburger CDU-Landesverbandes ist

Ebenso sieht es André Hüttemeyer aus Visbek, der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Vechta. Er finde zwar, dass Steinmeier "eine ganz gute Arbeit macht", aber in der Demokratie gehöre es dazu, "dass man eine Auswahl hat". Als stärkste Oppositionskraft habe die Union "ein entsprechendes Gegengewicht" zu setzen.

Außerdem: Die wichtigsten Ämter im Staate würden bald durchwegs von Männern besetzt sein – mit der einzigen Ausnahme der neuen Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD). "Deswegen finde ich es einen interessanten und richtigen Vorstoß von Hendrik Wüst zu sagen, eine Frau an der obersten Stelle des Staates täte uns gut", führte Hüttemeyer aus.

Eilers sieh derzeit andere Herausforderung

Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Cloppenburg, Christoph Eilers aus Cappeln, sieht die neue Diskussion hingegen skeptisch. Zur Zeit habe die CDU andere Herausforderungen, sagte Eilers mit Blick auf die Wahl des neuen Vorsitzenden Anfang Januar und die inhaltliche Neuaufstellung.

Auch Eilers betonte: "Steinmeier hat gute Arbeit gemacht." Da sollte seine SPD-Zugehörigkeit nicht im Vordergrund stehen. Andererseits sei es richtig, wenn die Union selbstbewusst sei und eine Alternative biete. Er selbst würde nicht solch einen Vorstoß unternehmen, sagte Eilers, der als Landtagsabgeordneter der Bundesversammlung angehört, die das Staatsoberhaupt wählt.

"Wenn eine geeignete Kandidatin gefunden wird, steht es der Union als Volkspartei zu, sie ins Rennen zu schicken."Katharina Willenbrink, FU-Vorsitzende im LAndesverband Oldenburg

Marlies Hukelmann aus Löningen, Vorsitzende der Frauen Union (FU) im Kreisverband Cloppenburg, sagte: Sie schätze Steinmeier sehr. Und sie zweifele, ob man sich mit dem Gang in die Offensive einen Gefallen tue. Eine weitere Personaldiskussion führe zu neuer Unruhe in der Union. Im Moment gebe es keinen Grund, "auf Biegen und Brechen zu versuchen, eine Gegenkandidatur aufzubauen". Als Pragmatikerin plädiere sie dafür, erst einmal "die Hausaufgaben zu machen".

Katharina Willenbrink, FU-Vorsitzende des Kreisverbandes Vechta und des Landesverbandes Oldenburg, lobt zwar ebenfalls Steinmeier und hebt dessen Popularität hervor. Doch sie sagte auch: "Wenn eine geeignete Kandidatin gefunden wird, steht es der Union als Volkspartei zu, sie ins Rennen zu schicken." Es müsse aber eine Kandidatin sein, die ernst zu nehmen sei, deshalb sollte die Kandidatur "nicht auf Gedeih und Verderb" erfolgen.

JU-Vertreter stellen Qualifikation in den Vordergrund

Lukas Reinken aus Friesoythe, Vorsitzender des Oldenburger Landesverbandes der Jungen Union (JU), erklärte: Es sei immer gut, wenn es eine Auswahl gebe und es gebe viele Frauen, die für das höchste Amt im Staate geeignet seien. Es sei aber keine Geschlechter-, sondern eine Eignungsfrage, um die es gehe.

Auch Anna Frohn, Vorsitzende des JU-Kreisverbandes Vechta, sagte: Grundsätzlich finde sie eine Gegenkandidatur gut, aber es komme auf die Qualifikation der Person an. "Wenn es eine Frau werden sollte, dann wäre das super", sagte die Vechtaerin.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Gegenkandidatin zu Steinmeier? CDU-Spitzenvertreter im OM uneinig - OM online