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Gefahr für den Frieden

Thema: Urteil zum Völkermord von Srebrenica - Endlich werden Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen. Die Täter kommen hinter Gittern, doch ihr rassistisches Gedankengut bleibt eine Gefahr.

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Am Dienstag war ein guter Tag für Opfer von Kriegsverbrechen und Vertreibung. Ein Vierteljahrhundert nach dem Völkermord von Srebrenica ist klar: Der serbische Ex-General Ratko Mladic bleibt sein Leben lang hinter Gittern.

Die Botschaft dürfte weltweit gehört werden: Kriegsverbrecher werden zur Rechenschaft gezogen – nicht immer, aber immer häufiger. Das ist ein Fortschritt in der Menschheitsgeschichte. Das Urteil tröstet und macht Mut, in Hongkong, Minsk, Myanmar. Die Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals haben in letzter Instanz noch einmal klipp und klar bestätigt: Mladic gab im Juli 1995 zweifelsfrei serbischen Truppen den Befehl, in der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica tausende muslimische Bosniaken zwischen 13 und 78 Jahren zu ermorden. Für diesen Genozid ist Mladic nun endgültig zur Rechenschaft gezogen worden.

"Die Täter sind abgeurteilt."Ulrich Suffner

Dabei ging es nicht nur um Gerechtigkeit für die Opfer. Denn das historische Urteil stärkt die Vereinten Nationen in ihrem Bemühen, Kriegsverbrechen durch Abschreckung zu verhindern. Wer dem Beispiel von Mladic folgt, muss ernsthaft damit rechnen, auch wie er zu enden – hinter Gittern.

Das ändert allerdings nichts am bitteren Ergebnis des brutalen Krieges im einstigen Vielvölkerstaat Jugoslawien. Bis heute durchziehen die Grenzen ethnischer Säuberung Bosnien. In der serbischen Teilrepublik werden die Täter von Srebrenica noch immer verehrt, wird mit Rückendeckung Russlands weiter von Großserbien geträumt. Die Täter sind abgeurteilt. Ihre rassistischen Ideen bleiben eine Gefahr für den Frieden in Europa.

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