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Garantien sind nichts mehr wert

Thema: Finnland strebt gen Nato-Mitgliedschaft – Als vollwertiger europäischer Partner den Schutz des Bündnisses zu suchen, ist selbstverständlich. Beim Säbelrassseln aus Moskau wird es nicht bleiben.

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"Finnlandisierung" – dieser Begriff in der Politik galt in Finnland selbst als verpönt. Die Neutralität des Landes gegenüber der Nato war der Preis, den die Finnen zahlen mussten, um nach dem Zweiten Weltkrieg einen eigenen Staat gründen zu können. Möglich war dieser Schritt nur durch Sicherheitsgarantien von sowjetischer Seite. Jahrzehntelang bemühte sich Finnland um freundschaftliche Beziehungen zum östlichen Nachbarn. Diese Politik und die damaligen Garantien sind seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine nichts mehr wert.

Ohne Frage: Finnland ist Teil Europas, ist Mitglied der EU. Da darf und kann es keine Diskussion geben, dass die Finnen jetzt formell den Schutz des westlichen Militärbündnisses suchen und aktiv ihren Beitrag für Europas Sicherheit leisten wollen. Diese gefühlte Selbstverständlichkeit bedeutet aber einen gravierenden Schnitt in der Sicherheitspolitik. Nach der Osterweiterung der Nato dehnt sich das Bündnis nun auch gen Norden aus. Und es bedeutet: Die Grenzen der Nato-Staaten zu Russland, die – wie bereits mehrfach betont – um jeden Zentimeter verteidigt werden sollen, verlängern sich um über 1300 Kilometer.

Das Säbelrasseln aus Moskau hat bereits begonnen. Schließlich wird jetzt Putins Albtraum wahr. Die Nato wird größer, dehnt sich noch weiter an die russischen Außengrenzen aus. Dementsprechend wird es nicht bei Drohungen bleiben. Russland wird aufrüsten. Während die europäischen Partner näher zusammenrücken, wird sich die Lage zu Russland verschärfen. Ob die Welt nun sicherer wird? Das lässt sich während dieser Zeitenwende nicht mehr klar beantworten.

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