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Ganztagesangebot an Vechtaer Grundschulen wird erweitert

50.000 Euro stellt die Stadt Vechta dafür zur Verfügung. Ein Teil des Angebotes soll durch Kooperationen gedeckt werden. Angedacht sind AG-Angebote von Ehrenamtlichen.

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Ausbau des Ganztagesangebotes in Vechta. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Ausbau des Ganztagesangebotes in Vechta. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Die anwesenden Mitglieder des Schulausschusses der Stadt Vechta haben einstimmig auf ihrer letzten Sitzung die Erweiterung des offenen Ganztagesangebotes an den Grundschulen, die in der Trägerschaft der Stadt Vechta sind, empfohlen. Für diese Maßnahme stellt die Stadt Vechta 50.000 Euro zur Verfügung. Der Beschluss umfasst 4 Punkte. So werden die Mittel für Maßnahmen wie etwa Gewalt-, Sexual- oder Medienprävention für zusätzliche Präventionsmaßnahmen im Ganztagsbetrieb eingesetzt.

Die Präventionsangebote werden von der Stadt eingekauft und direkt den Schulen zur Verfügung gestellt im Umfang von einem Nachmittagsangebot je Zug. Daneben existiert ein vom Gulfhaus entwickeltes Ganztagesprojekt, welches an einzelnen Standorten eingeführt und anschließend evaluiert werden soll. Laut Beschlussvorlage sei ein Ausbau dieser Angebote möglich. Eine Detailplanung nach dem erfolgreichen Beschluss mit den ein oder zwei ausgesuchten Schulen geschehe.

Unter Punkt 3 wurde entschieden, dass der Fachdienst 51 der Stadt Vechta Kooperationsangebote von Sportvereinen entgegennimmt, sammelt und so Schulen und Vereine zusammenbringt. Die letztliche Detailplanung obliege dann aber wieder den einzelnen Schulen und Vereinen. Und als letzten Punkt stimmte der Ausschuss einer Zusammenarbeit von Grundschule und Kreisvolkshochschule zu. Diese Kooperation könne ein weiterer Baustein für die Verbesserung des Ganztagsbetriebes sein. Die KVHS würde in diesem Bereich die Personalakquise und Anstellung für den Ganztagsbetrieb übernehmen. Dies erspare laut Beschlussvorlage den Schulen einiges an Verwaltungsaufwand und ermögliche eine bessere schulübergreifende Kompensation von Krankheitszeiten.

„Das Land lässt die Kinder hängen und die Stadt Vechta muss es ausbaden.“Simone Göhner, CDU-Ratsfrau

Hinter den Beschlüssen stehen als Ursache die im Mai 2020 beschlossenen neuen Schulbezirke. So schreibt die Stadt in der Beschlussvorlage, dass die Voraussetzung für das Funktionieren dieses Systems die offene Ganztagsgrundschule mit einem Betreuungsangebot an 4 Tagen in der Woche bis 15.30 Uhr sei. Dies sei bislang nur an der Martin-Luther- und der Alexanderschule der Fall. „Um ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot anbieten bzw. aufrechterhalten zu können, sind die Grundschulen bei den engen finanziellen Mitteln, welche das Land für den Ganztag bereitstellt, neben 'eingekauften' Angeboten auch auf Kooperationspartner (z. B. Vereine) angewiesen, welche kostengünstig oder kostenfrei im Rahmen des Ehrenamtes AG-Angebote zur Verfügung stellen“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Doch bevor die Entscheidung zugunsten der Vorlage fiel, gab es Informationsbeiträge zum Thema durch die einzelnen betroffenen Schulleiterinnen sowie durch Frank von der Aa, den schulfachlichen Dezernenten des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung (RLSB). Anschließend folgte eine kurze Diskussion unter den Ratsmitgliedern. In diesem Rahmen regte die Leiterin der Christopherusschule ein Angebot an, den Kindern bei der Bewältigung von Corona zu helfen.

Martin Höffmann (CDU) sicherte dem Antrag die vollumfängliche Unterstützung seiner Partei zu. Norbert Krümpelbeck (VCD) war der Meinung, dass es schwer werde entsprechend geschultes Personal zu finden. Sebastian Ramnitz (SPD) plädierte dafür den Kreis der möglichen Kooperationspartner weiter zu fassen. Als Beispiele nannte er etwa den AWV oder die Kreishandwerkerschaft. Die erste Stadträtin, Sandra Sollmann, sagt vor der Abstimmung, dass die Vorschläge von Sebastian Ramnitz schon Berücksichtigung fänden und die Kooperationsmöglichkeiten der Schulen entsprechend breit angelegt seien. Frank Hölzen (WFV) warf die Frage auf, ob existierende pädagogische Mitarbeiter eventuell aufstocken wollten.

Barbara Arlinghaus, die Leiterin der Grundschule in Langförden, berichtete aus der Praxis. Sie verwies auf die Bedeutung der Planbarkeit. Die Beträge mit Pädagogischen Mitarbeitern können nicht jedes halbe Jahr neu gefasst werden, um eventuelle Schwankungen auszugleichen. Sie könnten entstehen, da Eltern ihre Kinder jeweils für ein Schulhalbjahr anmelden können. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit Vereinen konstatierte sie, dass diese prinzipiell gut funktioniere, vor allem wenn die Vereine einen sogenannten BFDler (Bundesfreiwilligendienst) mit einem bestimmten Zeitkontingent an die Schule abstellen würden. Erfahrungsgemäß werde es aber derzeit für Vereine immer schwerer für den geplanten Betreuungszeitraum Ehrenamtliche zu stellen. Zumal die Schulen mit einem Ganztagesangebot ein ähnliches Angebot vorhalten würden und somit um die gleichen Kooperationspartner werben würden.

Anschließend ergriff Stephan Sieveke (VCD) das Wort und sagte: „Für mich geht der Antrag nicht weit genug. Es geht um die Schüler.“ Er forderte die geplanten 50.000 Euro um weitere 50.000 Euro aufzustocken. Die Ausschussvorsitzende Simone Göhner (CDU) verwies danach darauf, dass die Stadt Vechta hier in einen Bereich vorstoße, für den eigentlich das Land zuständig sei und sagte: „Das Land lässt die Kinder hängen und die Stadt Vechta muss es ausbaden.“ Sie empfahl bis September zu warten, dann eine Evaluation durchzuführen und von diesem Kenntnisstand aus zu entscheiden, ob die Mittel ausreichend oder zu erhöhen seien. Ein Vorschlag, dem sich letztlich auch Stephan Sieveke (VCD) nicht verschloss.

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