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Ganz? Teilweise? Fragen über Fragen zur Grundschulsanierung

In der Steinfelder Einrichtung waren Schadstoffe entdeckt worden. Die Sanierung steht an. Für das Erdgeschoss scheint das Konzept klar, nicht aber für das Obergeschoss.

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Ein Gutachter hat in einigen Gebäudeteilen der St.-Johannes-Schule in Steinfeld Schadstoffe gefunden. Jetzt geht es darum, wie die Bildungseinrichtung saniert werden soll. Foto: Timphaus

Ein Gutachter hat in einigen Gebäudeteilen der St.-Johannes-Schule in Steinfeld Schadstoffe gefunden. Jetzt geht es darum, wie die Bildungseinrichtung saniert werden soll. Foto: Timphaus

Zum Vorgehen im Fall der schadstoffbelasteten St.-Johannes-Schule in Steinfeld ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Politik sieht trotz eines kürzlich erfolgten Beschlusses zur Kernsanierung sowie der Errichtung einer "Containerschule" weiteren Redebedarf. Der Grund: Während die Politiker bisher von einer vollständigen Beseitigung der betroffenen Gebäudeteile ausgingen, beabsichtigt die Gemeinde, das Obergeschoss - in dem ebenfalls schadstoffhaltige Materialien verbaut sein könnten - nur teilweise zu sanieren.

In der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag in der Don-Bosco-Schule verständigten sich die Ratsmitglieder und die Verwaltung nach kurzer Diskussion darauf, das Thema im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss noch einmal zu behandeln.

Den Anstoß zur Diskussion hatte Heinrich Luhr gegeben. Der Vorsitzende der UWG/SPD-Gruppe brachte unter "Anfragen und Anregungen" vor, dass er bislang davon ausgegangen sei, dass die Grundschule von allen Schadstoffen befreit werde. Er fragte an, ob das Obergeschoss von der Kernsanierung ausgenommen werde, wie es aus einem am Freitag (26. Juni) veröffentlichten Artikel hervorging.

Gutachter findet Asbest und künstliche Mineralfasern

Zum Hintergrund: Die Steinfelder Gemeindeverwaltung hatte in der vergangenen Woche während eines Pressegesprächs erklärt, dass im Erdgeschoss die asbesthaltigen, alten Lüftungskanäle, der mit asbesthaltigem Klebstoff befestigte Teppichboden sowie die Deckendämmung, die krebserregende künstliche Mineralfasern (KMF) enthält, entfernt beziehungsweise ausgetauscht werden sollen.

Das Obergeschoss will die Gemeinde indes nur teilweise anpacken. Dort soll die Dämmung im Flur und im Computerraum, von wo aus der Durchbruch zum Anbau vorgesehen ist, ausgetauscht werden. Dabei soll auch eine Analyse auf Schadstoffe erfolgen, die dort bisher nicht durchgeführt wurde. Der Teppichboden im Obergeschoss sowie die Dämmung in den 13 Räumen sollen vorerst unberührt bleiben.

Bürgermeisterin Manuela Honkomp bestätigte die im Pressegespräch getätigten Angaben. "Das wurde im Verwaltungsausschuss auch so kommuniziert", sagte sie. Am Donnerstag (2. Juli) werde der Schulvorstand über die Pläne informiert.

Von Schadstoffen gehe aktuell keine Gefahr aus

CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Harpenau sprang dem UWG/SPD-Gruppenvorsitzenden bei. Auch er habe verstanden, dass das komplette Gebäude gemacht werden solle. Luhr verwies auf den Start der Schadstoffsanierung im Herbst. "Wir sollten bis dahin noch einmal über das Thema diskutieren." Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass nur Teile des Obergeschosses saniert werden sollen.

"Das können wir dem Bürger nicht verkaufen, wenn wir in ein paar Jahren den zweiten Teil des Gebäudes sanieren wollen."Bernard Zmijewski, UWG-Ratsherr in Steinfeld

Melanie Schockemöhle (UWG/SPD-Gruppe) merkte an, dass auch eine Erneuerung der Brandmeldeanlage vorgesehen sei. "Dabei muss man doch ohnehin an alle Räume ran. Oder sind Klassenzimmer der dritten und vierten Jahrgangsstufen außen vor?" Honkomp konnte diese Frage ad hoc nicht beantworten, wollte dies aber über das Protokoll mitteilen lassen. Sie schlug vor, über das Vorgehen nochmals im Verwaltungsausschuss am 13. Juli (Montag) zu beraten.

Bernard Zmijewski machte sich für eine vollständige Kernsanierung stark. "Das kann man dem Bürger nicht verkaufen, wenn wir in ein paar Jahren den zweiten Teil des Gebäudes sanieren wollen. Das ist auch eine Kostenfrage: Die Container sind jetzt da."

Luhr bat darum, dass bis zur Sitzung in zwei Wochen auch eine grobe Kostenschätzung vorliegt. "Das ist selbstverständlich", meinte Honkomp. Hubert Pille (CDU) war es abschließend wichtig zu betonen, dass von den Schadstoffen aktuell keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Schüler und das Personal der Grundschule ausgeht.

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