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Ganz falscher Zeitpunkt

Thema: Kuban bringt Spahn als Kanzler ins Spiel - Ist Jens Spahn wirklich der richtige für den Job? Eins muss klar sein: Die CDU kann die Bundestagswahl nur dann gewinnen, wenn sie geschlossen steht.

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Jens Spahn kann Kanzler - mit dieser Aussage öffnet der Bundesvorsitzende Tilmann Kuban bei der Suche von CDU und CSU nach einem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September möglicherweise die Büchse der Pandora. Denn damit könnte er, ob beabsichtigt oder nicht, den neuen CDU-Vorsitzenden schon wenige Tage vor dessen Wahl erheblich geschwächt haben. Denn bislang war es bei CDU und CSU so, dass der christdemokratische Parteichef das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur hatte. Das muss gewiss nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt sein. Trotzdem ist die Kuban-Aussage über Spahn zum jetzigen Zeitpunkt "unglücklich".

Zwar ist die CDU gewiss nicht tief gespalten ob der 3 Kandidaten, die sich am kommenden Wochenende bei der Vorsitzendenwahl um die Delegiertenstimmen bewerben. Aber dem neuen Parteichef muss es mit Blick auf die nahende Bundestagswahl innerhalb kurzer Zeit gelingen, auch die Anhänger seiner unterlegenen Gegenkandidaten hinter sich zu scharen, was ohnehin zur Herkulesaufgabe werden könnte. Wenn er dazu noch eine Kanzlerkandidatendebatte und somit Zweifel an seiner Führungsfähigkeit am Hals hat, dürfte das aus seiner Sicht fatale Folgen haben.

Die CDU wird bei der Bundestagswahl nur dann ihre führende Rolle in der Parteienlandschaft behalten, wenn die Mitglieder eng zusammenstehend dem Gegenwind trotzen, der der Partei und ihrem neuen Vorsitzenden auch von Merkelianern außerhalb von CDU/CSU in Orkanstärke entgegenblasen wird.

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