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Fußgängerampel "Halener Straße": Emsteker Politik sieht zu schnell Rot

Ein Fachbüro sieht für die Grünphase an der Fußgängerampel "Halener Straße" noch Optimierungspotenzial. Die Verwaltung will einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Landesbehörde stellen.

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Für Sprinter: Die kurze Grünphase für Fußgänger ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Archivfoto: Vorwerk

Für Sprinter: Die kurze Grünphase für Fußgänger ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Archivfoto: Vorwerk

Die 5-Sekunden-Regel ist ein Mythos. Demnach können Lebensmittel, die auf den Boden gefallen sind, unbedenklich verzehrt werden, wenn sie in dieser Zeitspanne aufgehoben wurden. Die Legende: Bakterien hätten nicht genügend Zeit, um überzuspringen. Das ist Blödsinn. In etwas abgewandelter Form hat die Geschichte in der Emsteker Ortsmitte aber doch Gültigkeit: An der Fußgängerampel zwischen Rathaus und District reicht diese Spanne nicht, um auf die andere Seite "überzuspringen". Seit Jahren ist dies ein Ärgernis, wurde in der örtlichen Presse thematisiert sowie in Leserbriefen heftig kritisiert. Von der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wird die Situation aber für korrekt erachtet. Jetzt hat sich die Lokalpolitik noch einmal dem Thema gewidmet.

Ratsmitglied Peter Kleene (CDU) hatte sich die Mühe gemacht, die einzelnen Grünphasen an diesem Knotenpunkt für Fußgänger zu ermitteln. Unmittelbar an der Schnittstelle der Landes- und der Kreisstraße ist demnach mit mindestens 10 Sekunden ausreichend Zeit, dort auch als Mensch mit Handicap bei "Grün" über die Fahrbahn zu kommen. Anders weiter nördlich. Personen, die mit Gehhilfen, im Rollstuhl oder mit Rollator unterwegs sind, erreichen dort niemals in den stets unveränderten 5 Sekunden ihr Ziel. Das hatte Kleene in kurzen Filmsequenzen den Mitgliedern des Planungsausschusses in der jüngsten Sitzung vorgeführt.

Fachlich ist an der Grünphase nichts auszusetzen

Fachlich ist daran nichts auszusetzen, wie in mehreren Mitteilungen von übergeordneten Stellen erklärt wurde. 5 Sekunden würden reichen, um zwei Drittel der Fahrbahn zu schaffen und unabhängig davon dürfe man seinen Weg fortsetzen, wenn man bei Grün losgegangen sei. Dem Sicherheitsgefühl allerdings, so bestätigte damals auch Otto Brüggmann, der bis vor einem Jahr dem Beirat für Menschen mit Behinderungen vorstand, sei das aber alles andere als zuträglich.

Zudem: Wenn die Ampel auf Rot schaltet, werden sofort "feindliche Ströme zugelassen", wie es Planer nennen. Eine Räumzeit oder Schutzzeit, in der keine feindlichen Ströme zugelassen werden, gibt es nicht. Lediglich mit einem gelb blinkenden Licht werden Autofahrer auf die Situation aufmerksam gemacht. Unfälle an der "kleinen" Fußgängerüberwegung hat es bislang nicht gegeben und auch der Kreuzungsbereich ist mit drei Auffahrunfällen in den vergangenen Jahren kein Schwerpunkt, wie die Verkehrskommission in Zusammenarbeit mit der Polizei ermittelt hat.

Die Emsteker Verwaltung hat nun ein Fachbüro hinzugezogen. Deren Experte erklärte in der Sitzung, dass eine Gleichschaltung der Grünphasen am Kreuzungspunkt und am "kleinen" Übergang prinzipiell möglich sei. Spielraum für eine Optimierung würden nicht zuletzt die geplanten West-und Nordentlastungsstraßen geben. Hierzu soll nun ein entsprechender fachlicher Vorschlag vom beauftragten Planungsbüro erarbeitet werden. Anschließend soll die Verwaltung die Anpassung der Schaltzeiten bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beantragen.

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