Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Für Tobias Averbeck ist es der "Traumberuf"

Der Kandidaten-Check von OM online: Tobias Averbeck (CDU) ist seit 2013 Bürgermeister in Bakum und möchte es bleiben. In den vergangenen 8 Jahren habe die Gemeinde sich gut entwickelt, findet er.

Artikel teilen:
Schätzt das Gemeinschaftsgefühl in Bakum: Bürgermeister Tobias Averbeck. Foto: C. Meyer

Schätzt das Gemeinschaftsgefühl in Bakum: Bürgermeister Tobias Averbeck. Foto: C. Meyer

Der Kandidaten-Check von OM online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. In dieser Folge: Bakums amtierender Bürgermeister Tobias Averbeck im Talk mit Reporterin Carina Meyer.

Als Tobias Averbeck Ende 2013 mit gerade einmal 33 Jahren Bürgermeister in Bakum wurde, gab es sie schon, die kritischen Stimmen angesichts seines Alters. "Kann der das?" 8 Jahre später hat daran im Ort kaum noch jemand Zweifel. Schließlich ist er kurzzeitig auch als Landratskandidat gehandelt worden. Aber der amtierende Bürgermeister möchte auch der zukünftige Bürgermeister in Bakum sein und deshalb stellt sich Averbeck im September für eine Wiederwahl zur Verfügung.

Für die anfängliche Skepsis habe er durchaus Verständnis gehabt, sagt Averbeck rückblickend. Mit den ersten Erfolgen konnte er diese aber schmälern. So habe es zu seinem Amtsbeginn keine Bauplätze gegeben, erzählt er. Die Gemeinde habe welche ankaufen müssen und diesen Prozess habe der Bürgermeister sehr transparent gehalten. Und jetzt im Nachhinein findet er: "Im Kirchesch ist ein tolles Baugebiet entstanden." Insgesamt rund 200 Bauplätze konnten in den vergangenen Jahren an Bauwillige in Bakum vermittelt werden. Wichtig ist dem Bürgermeister, dass Familien sich das auch weiterhin leisten können. So sei der Quadratmeterpreis von 110 Euro als Obergrenze gesetzt. "Wir versuchen, das nicht weiter steigen zu lassen", sagt Averbeck.

Das Thema Familie ist dem 40-Jährigen ein großes Anliegen. Seinen Ausführungen zufolge habe sich dahingehend in den vergangenen Jahren auch einiges getan. "Wir sind attraktiv geworden für junge Familien", sagt Averbeck. Rund 10 Millionen Euro habe die Gemeinde in Bildung und Sportstätten investiert. Die Schulen seien alle erweitert und etwa 100 zusätzliche Kita-Plätze geschaffen worden. Es habe ein ordentliches Einwohnerwachstum gegeben, die Gemeinde konnte Geburtenrekorde verzeichnen. Für Averbeck ein klares Zeichen: "Wo viele Kinder geboren werden, fühlen die Menschen sich wohl."

Damit das auch so bleibt, sollen weitere Projekte in Angriff genommen werden."Wir haben seit 1,5 Jahren den Beschluss, in die hauptamtliche Jugendarbeit einzusteigen", sagt Averbeck. Wegen der Corona-Pandemie geriet das ins Stocken. Das soll nun nachgeholt werden. Bakum sei die einzige Kommune im Kreis Vechta, die das noch nicht vorweisen kann.

Rathaus-Neubau ist umstritten

Doch Familie ist für Averbeck nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern er betrachtet sie ganzheitlich. Die Seniorenarbeit soll ebenfalls ausgebaut werden. Die Selbstgestalter wollen in den kommenden Jahren in Bakum die aktive Seniorenarbeit vorantreiben. "Es ist toll, Fachleute vor Ort zu haben", sagt der Bürgermeister. Er glaubt nicht, dass nach den anvisierten 1,5 Jahren die Zusammenarbeit mit den Selbstgestaltern endet, sondern dass diese darüber hinaus fortgeführt werden kann.

Ein Großprojekt, das in der Vergangenheit angeschoben wurde, ist der geplante Neubau des Rathauses – in Bakum nicht unumstritten. 6,5 Millionen Euro soll das Vorhaben maximal kosten, hatte der Gemeinderat verfügt. Aktuell befassen sich Fachplaner und Architekten intensiv mit dem Projekt, im Herbst soll die Kostenberechnung vorliegen, sagt Tobias Averbeck. Danach könne der Neubau konkretisiert werden.

Kritiker halten das Projekt für zu teuer, für zu wenig bescheiden. Averbeck gibt zu, dass er sich auch nicht über die hohen Kosten freue. Allerdings sei es in der Größenordnung erforderlich. Im Raum stand die Sanierung mit einem Anbau – einen Neubau halte er aber für die bessere Variante. Die Gemeinde erlebe ein starkes Bevölkerungswachstum, damit einher gehe auch ein Wachstum an Aufgaben. Im aktuellen Gebäude gebe es zu wenig Platz für das benötigte Personal. Das sei seines Erachtens auch nicht mit Anmietung weiterer Räume zu stemmen.

Mehrere Akteure beim Thema Verkehr

Ein anderes großes Thema ist der Verkehr in Bakum. "Da müssen wir etwas tun, das weiß jeder. Dafür brauche ich auch keinen Gutachter", sagt der Bürgermeister. Es gebe Querungsproblematiken bei Schulwegen, die Radwege müssen verbessert werden und gerade die Knotenpunkte brauchen Entlastung. An der Kreuzung Darener Straße/Kirchweg soll die Mühlenstraße eine Einbahnstraße werden. Ein Tropfen auf dem heißen Stein? Für Averbeck sei es die schnellste Maßnahme, die die Gemeinde selbst umsetzen kann. Bei allem anderen seien auch das Land und der Kreis mit im Boot. Und dann dauere es naturgemäß länger.

Insgesamt habe es in den vergangenen 8 Jahren aber eine tolle Entwicklung gegeben, findet Tobias Averbeck. Diese Dynamik möchte er halten. Der Job mache ihm viel Freude und er gehe jeden Tag gerne ins Büro. "Es ist mein Traumberuf", sagt er. Er schätze das Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde Bakum. Die Mitarbeitenden im Rathaus seien motiviert und die Bevölkerung habe ein Interesse daran, die Gemeinde weiter positiv zu entwickeln.


Zur Person:

  • Tobias Averbeck ist 40 Jahre alt, verheiratet, Vater von 2 Töchtern.
  • Er ist diplomierter Verwaltungsbetriebswirt.
  • Seit dem 1. Dezember 2013 Bürgermeister in Bakum.
  • Zu seinen Hobbys gehört es, Zeit mit der Familie zu verbringen, im Garten zu arbeiten und hin und wieder Zeit auf dem Bakumer Sportplatz zu verbringen, um die Fußballspiele zu verfolgen. 

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Für Tobias Averbeck ist es der "Traumberuf" - OM online