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Für eine Renaissance der lokalen Gemeinschaften

Das Weihnachtsfest steht kurz bevor, die Corona-Lage im Landkreis Vechta bleibt aber angespannt. Landrat Herbert Winkel wendet sich an die Bürgerinnen und Bürger – und bittet um Zusammenhalt.

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Kurz vor Weihnachten liegen Besorgnis und Hoffnung angesichts der Corona-Pandemie eng beieinander. Besorgnis, weil die Infektions- und Todeszahlen auf Rekordniveau liegen und wir erneut durch einen harten Lockdown müssen. Hoffnung, weil die Zulassung des ersehnten Corona-Impfstoffes kurz bevorsteht.

Was bedeuten diese Entwicklungen für das neue Jahr? Der Landkreis Vechta ist für das größte Impfprogramm der Geschichte dank der überwältigenden Resonanz auf unseren Personalaufruf startklar. Bis jeder impfwillige Einwohner das Vakzine bekommen hat, wird aber noch viel Zeit ins Land gehen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Corona-Regeln noch länger den Alltag in unseren 10 Städten und Gemeinden bestimmen.

Je konsequenter wir die AHA-Regeln beachten und Risikogruppen schützen, desto kürzer wird die Zeit des Stillstandes. Das ist auch für unsere Firmen und Arbeitnehmer vor Ort wichtig. Der Wirtschaftsstandort Landkreis Vechta ist robust, aber nicht unverwundbar. Jedes 6. Unternehmen aus dem Landkreis Vechta und Umgebung schätzt die Corona-Krise als existenzbedrohend ein, wie die aktuelle Unternehmenskundenstudie der Commerzbank ergeben hat.

"Zu viele Menschen im Landkreis Vechta hat das Coronavirus bereits schwer getroffen. Wir müssen deswegen weiter stark bleiben in dieser Krise."Landrat Herbert Winkel

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung könnte die Wirtschaftskraft Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen – aber nur unter einer Voraussetzung: dass wir die Pandemie im Winter in den Griff bekommen. Jeder Einzelne ist aufgefordert, dazu seinen Beitrag zu leisten. Nehmen wir den Begriff „Kommune“ ganz wörtlich: Nur „gemeinschaftlich“ wird es gelingen, die Herausforderung zu meistern. Was wir brauchen, ist eine Renaissance unserer lokalen Gemeinschaften. Und zwar nicht als kurzes Strohfeuer, sondern auf lange Sicht. Wir müssen uns stützen und unterstützen, wo immer es geht. Eine geplatzte Party an Silvester ist im Moment verkraftbar, wenn wir Neuansteckungen vermeiden können, wenn andere Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen oder in den Alten- und Pflegeheimen an ihre Grenzen gehen.

Der Online-Kauf mit einem Klick vom Sofa aus ist zwar bequem, hilft im Zweifel aber keinem Einzelhändler in unseren Innenstädten. Handels- und Gewerbevereine haben Initiativen gestartet, um Handel und Gastronomie vor Ort während des Lockdowns zu stärken. Viele Unternehmer entwickeln kreative Wege, um ihre Kunden zu erreichen. „Heimat shoppen!“ ist angesagter denn je.

Dass wir die Pandemie überwinden, ist auch für unser öffentliches Leben im Landkreis Vechta wichtig. Ich meine damit nicht nur die vielen Volks- und Stadtfeste, Märkte und Feiern, die in diesem Jahr ausfallen mussten. Auch das politische Leben hat gelitten. Viele wichtige Entscheidungen in diesem Jahr hätten eine breitere öffentliche Debatte verdient, beispielsweise die geplante Erweiterung unseres Kreishauses. Die Kritik an der Art der zunächst digitalen und damit nicht-öffentlichen Beratung ist angekommen.

Ich hoffe, dass uns das neue Jahr auch in der Politik mehr Bewegungsräume zurückbringt – vor allem mit Blick auf die Kommunal- und Bundestagswahlen im September.

Wir alle sehnen uns nach Normalität zurück: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Sport, im Freundeskreis. Zu viele Menschen im Landkreis Vechta hat das Coronavirus bereits schwer getroffen. Wir müssen deswegen weiter stark bleiben in dieser Krise. Wenn uns das gelingt, so bin ich überzeugt, können wir mit Zuversicht in das neue Jahr gehen.

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