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Frisias Tennisheim ist ein "Fass ohne Boden"

Die Renovierung des Gebäudes kommt den Goldenstedter Turn- und Sportverein teurer zu stehen als gedacht. Der Fachausschuss gewährt daher nun eine weitere Finanzspritze.

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Eigentlich war mit den Ausschussmitgliedern eine Besichtigung  des Tennisheims geplant. Aber wegen Corona wurde dies auf später verschoben. Foto: Ferber

Eigentlich war mit den Ausschussmitgliedern eine Besichtigung  des Tennisheims geplant. Aber wegen Corona wurde dies auf später verschoben. Foto: Ferber

Ein „Tie-Break“ käme ihnen wohl gerade recht. Doch bei der Renovierung des Tennisheims am Tiefen Weg brauchen die Verantwortlichen des Turn- und Sportvereins Goldenstedt eine bessere Kondition als gedacht. Details erläuterte der Vorsitzende Martin Meyer in dieser Woche während der Sitzung des Ausschusses für Jugend-, Sport- und Marktangelegenheiten.

„Aufgrund des Wassers waren die Wände feucht. Wir haben alles renoviert, tapeziert, gemalert und gespachtelt und merkten, dass die Farben nicht trocknen."Martin Meyer, stellvertretend für den Frisia-Vorstand

Es habe zehn Jahre lang rein geregnet, sodass der Schornstein undicht war und komplett erneuert werden musste. „Aufgrund des Wassers waren die Wände feucht. Wir haben alles renoviert, tapeziert, gemalert und gespachtelt und merkten, dass die Farben nicht trocknen.“ Auch sei es aus einem Ventil der Heizungsanlage jahrelang in den Betonboden getropft.

Er wolle dem alten Vorstand – der Tennisverein hatte sich Ende 2018 aufgelöst – keinen Vorwurf machen, doch im eigenen Gremium heiße es mittlerweile: „Hätten wir den Kram bloß nicht übernommen.“ Das sei ein "Fass ohne Boden" geworden. Meyer regte an, dass alle gemeindeeigenen Gebäude einmal im Jahr wirklich kontrolliert werden, „damit so etwas nicht passiert“.  Der TuS habe seit der Übernahme von Gelände und Gebäude in den vergangenen anderthalb Jahren 51.206 Euro an Vereinskosten investiert.

Im Antrag des TuS Frisia bedankt sich der Vorsitzende stellvertretend bei der Gemeinde für den bereits gewährten Zuschuss in Höhe von 13.500 Euro – bittet aber kurzfristig um eine weitere Finanzspritze von 5.000 Euro. Dies sei eine zwingende Maßnahme, da der TuS Frisia als Gesamtverein hinter der Anlage stehe und die Mitglieder das Ganze mit ihren Beiträgen auch mitgetragen und mitfinanziert hätten.

Zu den Mehrausgaben heißt es in dem Schreiben: „Aufgrund der Kostensteigerungen in den letzten zwei Jahren (…) und den jetzt zusätzlich unvorhergesehenen angefallenen Kosten (Verlegung und Erneuerung von Heizungsrohren), aber auch die vorher nicht bekannten Kosten der Platzrenovierung in Form von neuen Linien sowie die Anlage der Außenanlagen mit Bepflanzung und Entsorgung von Altlasten (...) haben wir insgesamt mit Mehrkosten von zirka 12.000 Euro zu rechnen.“

Da der Verein momentan keine Möglichkeit habe, die Flutlichtanlage in Goldenstedt zu finanzieren, weil man mit der Tennisanlage "überfrachtet sei", so Meyers Vorschlag, könnte man die für Ersteres im Haushalt bereits genehmigten 15.000 Euro für andere Zwecke verwenden. Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für den weiteren Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro.


  • Zuschussantrag I TuS Lutten:

Einigkeit herrschte im Ausschuss auch beim Antrag des TuS Lutten auf Bezuschussung von energetischen Sanierungsmaßnahmen in den  beiden Duschräumen im Sportheim. Hintergrund ist laut Beschlussvorlage, dass der Fußboden in beiden Duschräumen aufgerissen ist, Wasser in den Unterboden sickert und die Wände dadurch durchfeuchtet sind. Zudem bilde sich an vielen Stellen Schimmel. Auch funktioniere die Belüftungsanlage nicht richtig. Gemäß der Zuschussregel bei energetischen Sanierungsmaßnahmen soll der TuS Lutten die Hälfte der veranschlagten rund 60.000 Euro erhalten – mit Auszahlung in 2021. Die Arbeiten sind aber bereits in diesem Sommer geplant.


  • Zuschussantrag II TuS Lutten:

Bei einem weiteren Zuschussantrag des Turn- und Sportvereins Lutten – dabei geht es um die Gestaltung des Grenzbereichs zwischen Hauptsportplatz und Tennisplatz – wurde dagegen nicht wie vorgeschlagen eine 50 prozentige Übernahme der Kosten (maximal 4.450 Euro) gewährt. Hier handele es sich nicht um eine energetische Maßnahme, betonte Ausschussmitglied Johannes Böging (CDU), und plädierte daher für die Drittel-Regelung. Diese wurde auch einstimmig beschlossen. Wenn die Zuschussrichtlinien, die gerade überarbeitet werden, entsprechend angepasst seien, werde der Rest nachgezahlt, so Bürgermeister Alfred Kuhlmann (parteilos). Die Arbeiten, die der Verein in Eigenleistung erbringen will, sehen unter anderem die Ersetzung und Vergrößerung des Ballfangzauns, die Erneuerung der Platzumrandung auf der Stirnseite sowie die Sanierung der Pflasterstreifen zwischen Hauptplatz und Böschung zum Tennisplatz vor.

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