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Friesoyther in den USA zu den Midterms: "Es hätte schlimmer kommen können"

Der gebürtige Friesoyther Alfons Teipen hat in den USA (6 Uhr morgens MEZ) mit seiner Frau Chris Corry die Zwischenwahlen beobachtet. Für OM-Online ziehen die beiden ein Zwischenfazit.

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Screenshot: Alfons Teipen und Chris Corry ziehen von den USA aus für OM-Online ein erstes Fazit der amerikanischen Zwischenwahlen. Foto: Stix

Screenshot: Alfons Teipen und Chris Corry ziehen von den USA aus für OM-Online ein erstes Fazit der amerikanischen Zwischenwahlen. Foto: Stix

6 Uhr morgens in Friesoythe, Mitternacht in Greenville/USA. Der gebürtige Friesoyther Alfons Teipen und seine Frau Chris Corry sitzen dort vor dem Fernseher und verfolgen die lokale Wahlberichterstattung. Ihr erstes Fazit: "Man kann im Bier seine Traurigkeit versenken oder aus Freude eines trinken", sagt Teipen und hebt sein Yuengling-Bier. "Wir sind irgendwo dazwischen."

Teipen und Corry versuchen, für sich und OM-Online die um Mitternacht feststehenden Ergebnisse einzuordnen. "Wir hatten uns auf eine rote Welle vorbereitet", erzählen sie mit Blick auf die Farbe der Republikaner von Donald Trump. Schließlich sei es historisch eigentlich immer so gewesen, dass die Regierungspartei in den Zwischenwahlen Einbrüche erlebt hat. Jetzt sehen sie die Lage entspannter – während gleichzeitig die Spannung steigt.

Denn 5 Stunden nach Schließung der Wahllokale sieht Teipen, der seit 1997 Professor an der Furman University in Greenville (South Carolina) ist, zumindest eine kleine Möglichkeit, dass die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigen und auch im Senat zumindest ein Patt halten können. "Es ist zumindest nicht völlig ausgeschlossen", revidiert Teipen, der die Demokraten unterstützt, sein erstes hoffnungsfrohes Statement kurze Zeit später. "Wahrscheinlich wird es noch lange dauern, bis ein endgültiges Ergebnis feststeht. In Georgia beispielsweise könnten Nachwahlen nötig werden."

Republikaner schürten im Wahlkampf die Angst vor Kommunismus und Sozialismus

Den Wahlkampf selbst hat das Paar als sehr kontrovers erlebt. "Da waren schon hammerharte Sachen dabei", kommentiert Teipen, "in manchen Diskussionen vor Ort gab es zum Teil wirklich hanebüchene Aussagen." Die Republikaner hätten mit dem Thema innere Sicherheit, vor allem aber mit der Angst vor Kommunismus und Sozialismus gespielt und etwa Nancy Pelosi, die demokratische Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, als Radikalkommunistin und Sozialistin bezeichnet. 

Bei den Demokraten wiederum stand das Abtreibungsthema ganz oben auf der Agenda. "Da haben die richtig viel Wirbel gemacht", sagt Teipen. So ganz geschlossen allerdings seien die Demokraten im Wahlkampf nicht aufgetreten. "Der Kandidat in South Carolina hat sich bewusst von Nancy Pelosi abgesetzt und darauf hingewiesen, dass er nicht immer mit ihr abstimmt", erzählt er. Eine Chance habe er in dem konservativen Bundesstaat dennoch nicht gehabt.

Spannende Themen auch bei den Wahlen auf regionaler Ebene

Grundsätzlich aber habe man vom US-weiten Wahlkampf kaum etwas mitbekommen, wenn man nicht ständig vor dem Fernseher gesessen habe, ergänzt Corry: "Vor Ort haben die lokalen Themen und Wahlen eine viel größere Rolle gespielt." 14 Kreuze waren in South Carolina auf dem Wahlzettel zu machen, gewählt wurden neben dem Gouverneur des Bundesstaates zahlreiche weitere Funktionsträger im Bundesstaat und in der Region.

Und dabei gab es durchaus spannende Wahlkampfthemen. "Ganz oben stand die Frage, ob und wie in Schulen die rassistische Vergangenheit der USA aufgearbeitet werden darf und ob Bücher zur Sexualkunde in Bibliotheken für Jugendliche zugänglich sein dürfen", erzählt Teipen. "Beides haben die Republikaner vehement abgelehnt." Letztlich aber habe sich die Meinungsfreiheit durchgesetzt.

Wie es nun weitergehe, so Teipen, hänge auch davon ab, wie Trump reagieren wird. Der gebürtige Friesoyther selbst leitet aus einigen Ergebnissen durchaus die Hoffnung ab, dass große Auseinandersetzungen ausbleiben. Chris Corry ist da weniger optimistisch. "Ich bin ein bisschen ängstlich", sagt sie. "Es kommt darauf an, ob die Republikaner die Ergebnisse anerkennen." Am Ende aber bleibt für beide ein zumindest vorläufig positives Fazit. Es hätte schlimmer kommen können", sagt Teipen. "Ich bin nicht mehr so nervös wie noch am Nachmittag."

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