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Friesoyther CDU-Vorstand nominiert Bernd Wichmann für Bürgermeisterwahl

Der Vorstand der Friesoyther CDU hat sich entschieden: Er schlägt den Parteimitgliedern Bernd Wichmann als Bürgermeisterkandidaten für die Wahl vor. Die Urwahl wird Mitte oder Ende April stattfinden.

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Auf in den Wahlkampf: Bernd Wichmann (2. von rechts) soll für die CDU ins Rennen gehen. Unterstützung bekommt er von seiner Frau Kerstin sowie vom Stadtverbandsvorsitzenden der CDU, Lukas Reinken, (rechts) und dem Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Krone. Foto: Stix

Auf in den Wahlkampf: Bernd Wichmann (2. von rechts) soll für die CDU ins Rennen gehen. Unterstützung bekommt er von seiner Frau Kerstin sowie vom Stadtverbandsvorsitzenden der CDU, Lukas Reinken, (rechts) und dem Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Krone. Foto: Stix

Zwei Kandidaten hat die Auswahlkommission der Friesoyther CDU zum Gespräch eingeladen, am Ende war das Votum einstimmig: Sowohl die Kommission als auch der Vorstand des CDU-Stadtverbandes schlagen den Mitgliedern vor, den 50-jährigen Rechtsanwalt Bernd Wichmann in das Rennen um das Amt des Friesoyther Bürgermeisters zu schicken.

"Wir freuen uns, dass wir einen echten Friesoyther als Kandidaten haben und wir glauben, dass mit Bernd Wichmann ein Neuanfang in der Stadt möglich ist", begründete der Stadtverbandsvorsitzende Lukas Reinken die Entscheidung. "Bernd ist als Rechtsanwalt und aktiver Kommunalpolitiker optimal auf das Amt vorbereitet. Und jetzt freuen wir uns auf die Urwahl." Bei der geheimen Wahl im Stadtverbandvorstand hatten alle neun anwesenden Mitglieder für Wichmann votiert.

"Ich freue mich über den breiten Rückhalt der Findungskommission und des Stadtverbandsvorstandes."Bernd Wichmann, Kandidat

Der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat, Karl-Heinz Krone, verwies auf Wichmanns kommunalpolitische und juristische Erfahrung. "Er ist stellvertretender Bürgermeister, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz stark bewandert", sagte er. "Das ist für mich als Fraktionsvorsitzenden eine wichtige Unterstützung."

Für Wichmann selbst ist das Votum des Stadtverbandes eine Bestätigung seiner bisherigen Arbeit im Stadtrat. "Ich freue mich über den breiten Rückhalt der Findungskommission und des Stadtverbandsvorstandes", sagt er. "Die CDU stellt sich geschlossen hinter mich, das macht mich glücklich und gibt mir ein gutes Gefühl für das Mitgliedervotum."

Vorstellungstour durch Ortsverbände folgt

In einem nächsten Schritt will Wichmann sich jetzt auf eine Vorstellungstour durch die Ortsverbände begeben. Wie das genau ablaufen wird, ist noch unklar, es soll zu den jeweils geltenden Corona-Bedingungen geschehen. "Auf jeden Fall werden alle Mitglieder die Möglichkeit bekommen, mich kennenzulernen."

Auf die Frage, warum die Mitglieder und später die Wähler für ihn stimmen sollten, greift Wichmann einen Werbeslogan der Bundes-CDU auf. "Wegen morgen", sagt er. Wir müssen das Morgen gestalten, und zwar heute. Inhaltlich will Wichmann sich erst zu einem späteren Zeitpunkt positionieren. "Ich bin ja noch nicht mal Kandidat", betont er.

Kritik an Stadtverwaltung

Stattdessen nennt er drei eher verwaltungstechnische Punkte, die ihm am Herzen liegen. Er sei der Ansicht, dass die Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung besser werden müsse, sagt er. "Es muss klar sein, dass der Rat das höchste Organ ist, und nicht der Bürgermeister", betont er. "Entscheidungen werden von den ehrenamtlichen Ratsmitgliedern getroffen und von den hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeitern ausgeführt."

Zum Zweiten ist er der Ansicht, dass die Abläufe in der Verwaltung zügiger werden sollten. "Die Verwaltung ist in den letzten Jahren behäbiger geworden", fällt er ein harsches Urteil. "Das fällt uns jetzt zum Beispiel bei der Entlastungsstraße auf die Füße." Bei dem 2009 erstmals vorgestellten Projekt habe sich die 2014 ins Amt gekommene Verwaltungsspitze viel zu spät um die erforderlichen Grundstücksankäufe gekümmert.

Kandidatur ist der zweite Anlauf

Und nicht zuletzt müsse Transparenz gelebt, nicht nur plakatiert werden. Die Verwaltung müsse mit neuen Projekten früh das Gespräch mit der Politik suchen. "Es kann nicht sein, dass wir Informationen zu größeren Vorhaben erst eine Woche vor der Sitzung bekommen und dann nur noch abnicken können", sagt er.

Für Bernd Wichmann ist die Kandidatur der zweite Versuch, für die Friesoyther CDU in das Rennen um das Amt des Bürgermeisters zu gehen. Er hatte sich bereits 2014 beworben, war damals aber bei der internen Urwahl der CDU-Mitglieder an Hildegard Kuhlen gescheitert.

Die Urwahl des CDU-Kandidaten durch die Mitglieder der Ortsverbände wird, so Reinken, Anfang oder Mitte April stattfinden. Momentan gehe man mit Blick auf die Corona-Verordnungen von einer zweigeteilten Hybridveranstaltung aus. In einem ersten Schritt werde die Versammlung auf digitalem Weg eröffnet. Danach soll an zentralen Orten im gesamten Stadtgebiet, also auch in den Ortschaften, die Urwahl unter freiem Himmel stattfinden.

"Die Mitglieder sollen quasi vom Auto aus wählen können", erläutert der Stadtverbandsvorsitzende. Bei der Wahl sollen dann auch die Stadtratsliste aufgestellt und die Kandidaten für den Kreistag nominiert werden. Um den Wahlvorgang zeitlich zu entzerren überlege er, die Urwahl an einem Wochenende durchzuführen.


Zur Person:

  • Bernd Wichmann wurde am 10. März 1970 in Friesoythe geboren.
  • Nach dem Abitur am Albertus-Magnus-Gymnasium (1990) leistete er den Wehrdienst als Sanitätssoldat in List auf Sylt ab.
  • Wichmann studierte Jura in Münster und Freiburg
  • Das erste Staatsexamen legte er 1998 in Baden-Württemberg ab, das zweite folgte 2002 nach dem Referendariat am Oberlandesgericht Düsseldorf
  • Seit 2002 ist er als Rechtsanwalt in Friesoythe niedergelassen

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