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Friesoythe: Juso-Vorstand ohne Frauen

Für Jungsozialisten ist das Wahlergebnis eigentlich ein Unding. In der Neumitgliederwerbung und im Wahlkampf sollen jetzt verstärkt Frauen in den Vordergrund gestellt werden.

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Schmerzliche Lücke: Mangels weiblicher Juso-Mitglieder muss der neue Vorstand, bestehend aus (von links) Marcel Meinking, Issa Schmidt, Jonas Schulte, Gerrit Barlage und Thies Block, ohne weibliche Mitglieder auskommen.  Foto: Lars Bernemann

Schmerzliche Lücke: Mangels weiblicher Juso-Mitglieder muss der neue Vorstand, bestehend aus (von links) Marcel Meinking, Issa Schmidt, Jonas Schulte, Gerrit Barlage und Thies Block, ohne weibliche Mitglieder auskommen.  Foto: Lars Bernemann

Manche Meldungen verwundern. Die Friesoyther Jusos haben einen neuen Vorstand, der ausschließlich aus männlichen Mitgliedern besteht:  Jonas Schulte, Thies Block, Marcel Meinking, Issa Schmidt, Gerrit Barlage, Sönke Baumdick sowie Maximilian Hinrichs. Ein Juso-Vorstand ohne eine einzige Frau? Ist das überhaupt zulässig?

Eigentlich nicht, denn bei den Jusos muss ein Vorstand zur Hälfte mit Frauen besetzt sein. Dass das bei den jüngsten Vorstandswahlen in Friesoythe nicht möglich sein würde, stand allerdings schon vor dem Urnengang fest. „Wir haben momentan keine aktiven weiblichen Mitglieder“, gesteht Jonas Schulte, der neue Vorsitzende der Friesoyther Jusos.

„Ohne weibliche Mitglieder ist es schwierig, Frauen in den Vorstand zu wählen.“Jonas Schulte, Joso-Vorsitzender Friesoythe

Jennifer Neumann, die zuvor mit Lars Bernemann eine Doppelspitze gebildet hatte, war   ins Saterland gezogen, eine weitere junge Frau habe sich, so Schulte, von der aktiven Mitarbeit abgemeldet. „Ohne weibliche Mitglieder ist es schwierig, Frauen in den Vorstand zu wählen“, konstatiert Schulte.

Schon vor der Wahl habe man sich deshalb erkundigt, wie man mit der Situation umgehen solle und grünes Licht für einen rein männlichen Vorstand erhalten. „Die Situation lässt ja gar nichts anderes zu“, sagt Jessica Heister aus Löningen, die gemeinsam mit dem Friesoyther Sönke Baumdick die Doppelspitze im Juso-Unterbezirk Cloppenburg bildet.

Heisters Ansicht nach hat es viele Gründe, warum Frauen sich nicht so engagieren wie Männer. „Sehr viele trauen sich einfach nicht“, hat sie festgestellt. Viele Frauen würden ihre eigenen Kompetenzen nicht sehen. „Da hört man dann eben sowas wie `Ich weiß nicht viel´ oder `Andere können es besser´“, erzählt sie aus ihren Gesprächen mit Frauen.

„Wenn Frauen fehlen, schreckt das andere ab. Das ist typisches Peer-Group-Verhalten.“Sönke Baumdick, Juso-Kreisvorsitzender

Und dann sei da noch so eine Art Teufelskreis. „Wenn eine Frau in einem Verein oder Verband mitarbeiten will, und dann sind da nur Männer, dann ist die Hürde, sich zu engagieren, natürlich hoch“, sagt Heister.

Hinzu komme, ergänzt Baumdick, dass Frauen zwar andere Frauen nachzögen, eine einzelne Frau in einem Männer­umfeld aber eher wieder aussteige. „Wenn Frauen fehlen, schreckt das andere ab“, hat er beobachtet. „Das ist typisches Peer-Group-Verhalten.“ Dabei gebe es viele Frauen, die zu den Juso-Treffen kommen und mitarbeiten, ohne gleich Juso-Mitglied zu sein oder werden zu wollen. „Die müssen wir einbinden“, fordert Baumdick.

Neuer Vorstand will gezielt Frauen ansprechen

Eines der ersten Ziele des neuen Vorstandes ist denn auch, „bei der Neumitgliederwerbung gezielt Frauen anzusprechen“, sagt Thies Block, einer der stellvertretenden Vorsitzenden bei den Friesoyther Jusos. Das aber, da sind sich die Vorstandsmitglieder einig, ist eine Wanderung auf einem schmalen Grat. „Das darf kein Instrument für sich sein“, betont Baumdick. In allererster Linie gehe es darum zu zeigen, dass der Verband sich für junge Leute einsetze, unabhängig vom Geschlecht.

Eine Form, dabei trotzdem stärker auf Frauen zuzugehen, sei, im Kommunalwahlkampf weibliche Mitglieder in den Vordergrund zu stellen. Das aber, so Baumdick, dürfe kein „Zweckding“, sondern müsse ganz natürlich sein. Ein Problem sieht er darin nicht. „Natürlichkeit“, so Baumdick, „gelingt uns gut.“

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