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Frieden wird nur einkehren, wenn die Waffen schweigen

Medien und Politik erwecken den Anschein, dass allein die Instrumente der Zerstörung den Ukraine-Krieg beenden können. Die Realität ist anders.

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Erschreckend, abstoßend, verstörend: Wer aktuell dem Grundrauschen in den Medien und dem üblichen Stakkato aus Forderungen und Anschuldigungen in der Politik aufmerksam zuhört, muss den Eindruck gewinnen, dass Waffen und Gewalt die höchsten Güter der Gegenwart sind.

Wer Waffen in die Ukraine liefert - und zwar schnell - ist gut. Wer das ablehnt oder nicht sofort handelt, sondern erst darüber nachdenkt, ob es tatsächlich gelingen kann, Frieden mit schweren Waffen zu schaffen, ohne damit gleich das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung in Frage zu stellen, der zählt nach dem suggerierten Mainstream entweder zur Kolonne Wladimir Putins, steht auf der falschen Seite der Geschichte oder ist schlichtweg schwach und ängstlich.

Reflexion, Mitgefühl oder Besinnung sind also Mangelerscheinungen? Zunächst mussten sich diejenigen beschimpfen lassen, die an Ostern für Freiheit, Pazifismus und Abrüstung auf die Straße gegangen sind. Wer steht als nächstes am Pranger? Nach dieser schiefen Logik verhöhnen auch alle Menschen, die an den zahlreichen Friedensgebeten oder anderen Aktionen der christlichen Kirchen vor Ort teilnehmen, die Opfer des russischen Angriffskrieges. Das ist doch fernab jeder Realität und entbehrt jeglicher Logik.

Viele Menschen lehnen Waffenlieferungen ab

Trotzdem wird medial und politisch weiterhin eine Kriegsrhetorik an den Tag gelegt, die keine Skepsis und keinen Widerspruch duldet. Darüber hinaus entsteht partout der Anschein, dass allein die Instrumente der Zerstörung den Ukraine-Krieg beenden können. Paradox: Die Kommunikation der plötzlich wie Phönix aus der Asche emporsteigenden Militärexperten ist beißend scharf. Gleichzeitig wird aber das scharfe Schwert der Kommunikation als wichtiges und deutlich weniger tödliches Mittel zur Deeskalation diskreditiert.

Doch siehe da: Wie schon in den Hochzeiten der Corona-Pandemie blickt ein Großteil der Bevölkerung auch in diesem Fall weitaus besonnener, vernünftiger und prüfender auf die Dinge, als es Medien und Politik versuchen vorzugeben. Konkret sind die Deutschen ganz und gar nicht einig in der Frage, ob - wie vom Bundestag beschlossen - schwere Waffen in die Ukraine geliefert werden sollen, wie aus einer repräsentativen Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der ARD hervorgeht. 45 Prozent sind dafür, 45 Prozent dagegen.

Pazifistische Grundhaltung nicht nehmen lassen

Das ist ein ganz anderes Ergebnis als es die öffentliche Debatte der vergangenen Wochen vermuten ließ. Und es ist erneut eine krasse Fehleinschätzung der medialen Diskussionsabwürger und der politischen Besserwisser. Die historisch begründete, pazifistische Grundhaltung sollte sich Nachkriegs-Deutschland von niemandem ausreden und zerstören lassen. Nicht von einem realen, außer Kontrolle geratenen Kriegsherrn wie Putin. Und auch nicht von verbalen Kriegstreibern im eigenen Land, die den Tunnelblick nicht beenden können und damit jeglichen Diskurs im Keim ersticken.

Ihnen sei gesagt: Mit Gewalt geht zwar vieles, vor allem kaputt, aber sie ist niemals eine Lösung. Und Waffen sind weder hohe Güter noch Friedensstifter, sondern bringen nur Leid, Vertreibung und Tod. Vielmehr muss endlich nach Auswegen aus der militärischen Eskalationsspirale gesucht werden. Frieden wird nur einkehren, wenn die Waffen schweigen.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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