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Freunde besser behandeln

Thema: Corona-Ausbruch auf Gemüsehof - 170 Erntehelfer haben sich in Bayern mit dem Coronavirus infiziert. Eine Nachricht, die nicht länger nur die Fleischkonsumenten unter uns verunsichert.

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Jetzt haben wir den Salat. Nicht nur unter Werkvertragsarbeitern in der Fleischbranche, sondern auch unter Erntehelfern im Gemüseanbau kursiert das Coronavirus. Mehr als 170 Erntehelfer auf einem Gemüsehof in Bayern haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – auch weil der Betreiber sich nicht an sein eigenes Schutzkonzept gehalten haben soll.

Verunsichert sind nicht länger nur die Fleischkonsumenten unter uns. Die jüngste Meldung schlägt besonders Menschen auf den Magen, die sich überwiegend mit Obst und Gemüse satt essen. Die Sicherheit, in der sich Vegetarier, Veganer oder Flexitarier wähnten, ist jetzt auch noch futsch. Und das ist gut so.

Denn der jüngste Corona-Ausbruch in Mamming zeigt, das Virus hat überall dort besonders leichtes Spiel, wo es auf prekäre Verhältnisse trifft. Beides ist nur zu oft bei Werkvertragsarbeitern, aber auch bei Erntehelfern der Fall. Wer denkt beim Schmausen leckerer Früchte an die Wohncontainer, in denen Erntehelfer hausen? Erntehelfer sind Menschen, die zu uns kommen, um zu helfen. Ohne sie würden Früchte und Gemüse auf den Äckern vergammeln. Wer hilft, ist ein Freund.

Freunde verdienen es nicht, mit einem Hungerlohn abgespeist zu werden. Freunde bringt man nicht in heruntergekommenen Baracken unter. Freunde verdienen Wertschätzung. Ausgerechnet ein todbringendes Virus führt unserer Gesellschaft vor Augen, dass wir unsere Freunde besser behandeln müssen. Teurere Lebensmittel wären die logische Konsequenz. Das würde auch uns dicken Deutschen gut tun.

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