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Freier Blick auf die Kirche: Politik verweist auf langfristige Planung

Im Zuge der Baumaßnahme an der St.-Andreas-Kirche wurde der Blick auf das Gebäude freier gelegt. Dies weckte bei einigen Menschen den Wunsch nach einer Änderung der Pläne.

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Bauarbeiten: Die Fläche rund um die St.-Andreas-Kirche wird umgestaltet.   Foto: Hermes

Bauarbeiten: Die Fläche rund um die St.-Andreas-Kirche wird umgestaltet.   Foto: Hermes

Der Wunsch nach einem freien Blick auf die Andreaskirche ist auch an die politischen Parteien herangetragen worden. Während es durchaus Zustimmung für das Ansinnen gibt, wird ebenfalls Verständnis für die seit 2 Jahren geplante Maßnahme der Kirche ausgedrückt. Wie berichtet, finden zurzeit umfangreiche Baumaßnahmen statt. 

"Das wäre tatsächlich ein städtebaulich sehr interessanter Ansatz, mit dem ein stadtbildprägendes und historisch bedeutendes Gebäude aufgewertet würde. Gleichzeitig würde damit auch eine attraktive und vielfältig nutzbare Freifläche im direkten Kirchenumfeld geschaffen", sagt Michael Jäger von den Grünen auf Nachfrage. So sympathisch die Anregungen auch seien, die Gruppe Grüne/UWG bemühe sich um kommunalpolitische Ziele mit realistischen Perspektiven. "Diese sehen wir hier derzeit nicht und werden daher nicht aktiv eingreifen. Sollte – wider Erwarten – eine Überplanung tatsächlich ernsthaft erwogen werden, würden wir uns selbstverständlich und mit Freude einbringen", so Jäger weiter. 

Er gehe eindeutig davon aus, dass die Planungen nicht überdacht werden. Kirchengemeinde und Offizialat hätten ihren Raumbedarf ermittelt, Architekten beauftragt und die Planungsentwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt. Jetzt sind die Aufträge vergeben, die Bauarbeiten haben begonnen. "Es mag sein, dass eine andere Planung diskussionswürdig gewesen wäre. Leider kommen derartige Überlegungen jetzt zu spät", so der Gruppenvorsitzende. 

Planungen nach bestem Wissen und Gewissen

Jan Oskar Höffmann (SPD) teilte auf Nachfrage mit: "Als ich im Dezember letzten Jahres erstmals von der Idee erfahren habe, war ich sofort angetan. Der freie Blick auf die Kirche wertet den gesamten Kreuzungsbereich enorm auf." Wenn man auf die Kirche zufährt, genieße man derzeit einen wunderbaren Blick auf ein Wahrzeichen Cloppenburgs. Dass die Idee aus der Mitte der Bürgerschaft entspringt, belege im Übrigen die gesellschaftliche Verbundenheit zu diesem Bauwerk. 

Die Sozialdemokraten hätten bereits in verschiedenen Einzelgesprächen die Sympathie für diese Idee ausgesprochen, aber auch deutlich gemacht, wo die Grenzen der politischen Einflussmöglichkeiten sind: "Im Kirchenausschuss spielt die Musik." Es liege allein in der Hand der Kirche, ihre Planung zu überdenken.  Hierbei sollte man sich allerdings davor hüten, Vorwürfe oder dergleichen zu erheben. Die Planungen seien nach bestem Wissen und Gewissen erfolgt, zudem seien sie keineswegs neu. "Wenn die Kirche jedoch tatsächlich Bereitschaft zur Umkehr signalisieren würde, darf es seitens der Politik keine Denkverbote geben. Meine persönliche Unterstützung wäre gewiss", so Höffmann.

CDU spricht von Verlässlichkeit bei Entscheidungen

Wie Prof. Dr. Marco Beeken von der CDU erklärte, habe die Ratsgruppe in dieser Woche ebenfalls über das Thema gesprochen. "Die Planungen und Beschlüsse waren hinlänglich bekannt. Bei den Entscheidungen gehört auch eine Verlässlichkeit dazu", sagt Beeken. Die Politik habe den Bebauungsplan auf den Weg gebracht und sei nun bei weiteren Entscheidungen ohnehin außen vor.

Zudem bewertet er die Planungen mit Gebäuden rund um die Kirche als sehr positiv und architektonisch ansprechend. Selbstverständlich gebe es in Teilen der Gruppe CDU/FDP/Zentrum auch andere Wünsche. "Die Realitäten sehen aber anders aus", so der CDU-Abgeordnete. Eine Absage zu der Idee erteilte Hermann Schröer auf Nachfrage der Redaktion bereits im Februar. „Eine neue Überplanung ist nicht angedacht und ist auch nicht zielführend“, erklärte der Kirchenausschussvorsitzende.

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