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Frank Bittner will Dinklager Bürgermeister bleiben

Der 51-Jährige tritt bei der Kommunalwahl 2021 erneut als Kandidat an. Die Fraktionen von CDU und SPD sind mit der Arbeit des Verwaltungschefs grundsätzlich zufrieden.

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Er fühlt sich wohl am Bürgermeister-Schreibtisch: Frank Bittner möchte auch in einer zweiten Amtszeit die Geschicke der Stadt Dinklage leiten. Foto: Wolfgang Huppertz

Er fühlt sich wohl am Bürgermeister-Schreibtisch: Frank Bittner möchte auch in einer zweiten Amtszeit die Geschicke der Stadt Dinklage leiten. Foto: Wolfgang Huppertz

Es hatte sich in den vergangenen Monaten angedeutet, jetzt ist es offiziell: Dinklages Bürgermeister Frank Bittner kandidiert bei der Kommunalwahl am 12. September 2021 erneut für den Posten des Verwaltungschefs. Das gab der 51-Jährige am Dienstag bekannt. Zuvor hatte er seine Mitarbeiter und die Ratspolitik informiert. Bittner hatte sich bei der Bürgermeisterwahl 2014 als parteiloser Kandidat der CDU und unterstützt von der SPD gegen den damaligen Amtsinhaber Heinrich Moormann deutlich mit 69,7 Prozent der Stimmen durchgesetzt. 

"Mir macht die Arbeit im Rathaus und mit der Politik viel Spaß. Wir haben gemeinsam einiges erreicht, aber noch viele Aufgaben vor der Brust", erklärte Bittner. Was er in den vergangenen 6 Jahren besser hätte machen können? Das sollten andere beurteilen. Er sei aber gerne bereit, weiter politische Verantwortung zu übernehmen, Dinklage weiter voranzubringen, den Bürgern bei Anliegen schnell zu helfen. Seine Frau Katja und seine 3 Kinder hätten ihn bestärkt, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Gleichzeitig halte ihm seine Familie aber auch den Rücken frei, weshalb der Diplom-Verwaltungswirt sagt: "Das Gesamtpaket passt einfach." 

Mit Blick auf die vergangenen sechs Amtsjahre sagt Bittner durchaus mit Stolz: Es sei einiges angeschoben worden. Er nennt als Beispiele die angestrebte Freibad-Sanierung, den Bau des neuen Bauhofs, die Sanierung von zahlreichen Straßen oder den sinkenden Schuldenstand. Aber nicht nur die Großprojekte seien wichtig. Bei der Inklusion sei die Stadt mit dem Projekt Dinklusiv auf einem richtig guten Weg. Der Verkehrsentwicklungsplan werde die Mobilität verbessern und die Innenstadt attraktiver machen, glaubt der Verwaltungschef. Dies alles gelinge nur, weil der Austausch mit seinen fleißigen Mitarbeitern und der Politik gut sei - auch, wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gebe. Aber: "Es geht nur im Kollektiv", betont der Fußballer Bittner.

Ihm fehlt der Austausch mit den Dinklagern: Bürgermeister Frank Bittner. Archivfoto: SiemerIhm fehlt der Austausch mit den Dinklagern: Bürgermeister Frank Bittner. Archivfoto: Siemer

Schade findet der Verwaltungschef, dass die Corona-Pandemie seine Arbeit etwas verändert habe. Er erledige mittlerweile auch einiges im Homeoffice, der E-Mail-Verkehr habe stark zugenommen. Doch der Austausch mit den Bürgern, der direkte Draht zu Vereinen und Gruppen fehle ihm derzeit, weshalb er seiner repräsentativen Aufgabe nicht nachkommen könne. "Es gibt keine Präsenzveranstaltungen. Das ist schade", bedauert Bittner.

Und was sagt die Politik zur erneuten Kandidatur Bittners? Die Fraktionen von CDU und SPD signalisierten, den 51-Jährigen weiter unterstützen zu wollen. Die endgültige Entscheidung darüber treffen aber letztendlich die Parteivorstände.

Das sagt die CDU:

Die CDU-Fraktion wird dem Stadtververband die Unterstützung Bittners empfehlen. Er fülle "die Bürgermeisterposition bürgernah aus, und er hat maßgeblich daran mitgearbeitet, dass sich unsere Stadt in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt hat, auch in der Außendarstellung", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Windhaus und ergänzt:  "Wir sind der Überzeugung, diese positive Entwicklung in den kommenden Jahren mit Frank Bittner fortsetzen zu können." Die Christdemokraten hätten mit dem 51-Jährigen in den vergangenen Jahren "stets vertrauensvoll und konstruktiv" zusammenarbeitet. Dies sei die wichtigste Grundlage für gute politische Arbeit, findet Andreas Windhaus. 

Es sei löblich, dass der Bürgermeister versuche, die teilweise unterschiedlichen Meinungen der 3 Fraktionen unter einen Hut zu bringen. Dies sei aber nicht immer möglich, weshalb "Reibungsverluste" entstünden, sagt Andreas Windhaus. Er wünsche sich auch, dass einige politische Entscheidungen schneller umgesetzt werden. Dies sei noch ausbaufähig, sagt Windhaus.

"Ich habe und hatte nie Ambitionen, als Bürgermeister zu kandidieren." CDU-Fraktionschef Andreas Windhaus über entsprechende Gerüchten

Für die Zukunft wünscht sich Andreas Windhaus eine "schnellstmögliche" Umsetzung des neuen Bauhofes und des neuen Kindergartens in der Wiek. Die Sanierung des Freibades müsse mit Augenmaß angegangen, die räumliche Situation des Rathauses perspektivisch verbessert werden. Die CDU wolle die Finanzen im Blick behalten, um handlungsfähig zu bleiben. Nicht alles, was wünschenswert sei, könne umgesetzt werden.

Die immer mal wieder kursierenden Gerüchte, er wolle selbst als Bürgermeister kandidieren, verwies Andreas Windhaus übrigens in die Welt der Fabel. "Ich habe und hatte keine Ambitionen, für dieses Amt zu kandidieren." Im Gegenteil: Er habe Frank Bittner im Vorfeld persönlich bestärkt, erneut zu kandidieren, "damit wir in Dinklage eine Kontinuität in der politischen Arbeit erreichen".

Das sagt die SPD:

Die Sozialdemokraten "begrüßen die Entscheidung und die Bereitschaft Frank Bittners, sich weiterhin als parteiloser Bürgermeister für Dinklage engagieren zu wollen", teilte der Fraktionsvorsitzende Matthias Windhaus mit.  "Wir werden seine erneute Kandidatur als Fraktion wohlwollend in die Gremien des SPD-Ortsvereins einbringen." Grundsätzlich, so lässt sich die Stellungnahme der Sozialdemokraten interpretieren, ist die Fraktion mit der Zusammenarbeit mit Bittner zufrieden.

Denn gemeinsam mit dem Bürgermeister seien von der SPD initiierte Projekte im Bereich der städtebaulichen und verkehrlichen Weiterentwicklung der Stadt, des Ausbaus sozialer Leistungen und von Bildungsangeboten, der Jugendarbeit, des ehrenamtlichen Engagements, der gewerblichen Entwicklung und des Klimaschutzes vorangebracht und umgesetzt worden. Und Matthias Windhaus meint: Maßnahmen wie Klimaschutz- und Quartierskonzept, der Verkehrsentwicklungsplan oder das Jugendparlament wären ohne die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister nicht auf den Weg gebracht worden. Für die Zukunft stünden indes noch weitere wichtige Themen auf der Agenda, sagt Windhaus mit Blick auf die von der SPD geforderte Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die Sanierung des Freibades oder die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

Das sagt das Bürgerforum:

Noch keine Meinung hat sich das Bürgerforum zur erneuten Kandidatur Bittners gebildet. In einer der nächsten Fraktionssitzungen will sich das Bürgerforum "ausführlich" über das Thema unterhalten, teilte der Vorsitzende Ulrich Heitmann mit. Weil die Fraktion es für "weiterhin denkbar" hält, dass neben Bittner noch andere Kandidatinnen oder Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen, möchte die Partei diese Entwicklung erst einmal abwarten und dann in ihre Diskussion einfließen lassen.


Zur Person:

  • Frank Bittner (51) ist ein gebürtiger Osnabrücker. Seit 2004 lebt der in Alfhausen aufgewachsene Diplom-Verwaltungswirt in Dinklage, wo er direkt "wunderbar aufgenommen" worden sei. 
  • Er ist verheiratet mit seiner Frau Katja, einer gebürtigen Dinklagerin, und hat 3 Kinder im Alter von 9, 14 und 16 Jahren sowie eine 31-jährige Stieftochter. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister arbeitete er als Kreisamtsmann beim Landkreis Osnabrück.
  • Bekannt ist Bittner vor allem durch seine Tätigkeit beim TV Dinklage, wo er in der ersten Fußball-Mannschaft erst verteidigte und diese anschließend trainierte. Danach betreute er auch noch höherklassige Jugendmannschaften.
  • Der HSV-Fan stammt aus einer Bürgermeister-Familie: Sein Vater war von 1981 bis 2006 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Alfhausen und stellvertretender Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück.

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