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Feuertaufe bestanden

Thema: Baerbocks Besuch in Moskau – Russland sieht Europa politisch nicht auf Augenhöhe. Dennoch hat es die Außenministerin geschafft, den Dialog mit ihrem russischen Pendant aufrechtzuerhalten.

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Die Situation ist verzwickt: Europa ist abhängig von Russlands Gas, weil es kein dreckiges Fracking-Gas aus den USA importieren will. Dass Wladimir Putin deshalb Europa vornehmlich als Wirtschaftspartner sieht – und nicht als politischen Widersacher auf Augenhöhe – ist bei all der Zerstrittenheit in der Europäischen Union nur logisch.

Und jetzt kommt Annalena Baerbock in Spiel. Die frisch gebackene Außenministerin soll inmitten des Ukraine-Konflikts die Wogen glätten, aber gleichzeitig ihr Gesicht als Vertreterin des Westens wahren, während Putin dabei ist, sein großsowjetisches Reich wieder auszubauen – siehe Kasachstan. Die Annektion der Krim ist ein weiterer Schachzug Russlands, um mit China und den USA weiter aufzuschließen im Rennen der Global Player.

EU ist noch kein souveräner Widersacher zu den Ost-Mächten

Dabei kann Putin problemlos die Energieversorgung im Konfliktgebiet lahmlegen, falls die Nato die Ukraine zum Mitglied machen sollte. Gleichsam ist es nicht falsch vom russischen Präsidenten, zu behaupten, dass die Nato ihn einschnüren würde, wenn bereits Langstreckenraketen in Polen positioniert werden.

Und was hat die EU als Einheit dem gegenüberzustellen? Wenig, denn Putin nimmt die Vereinigung politisch nicht sehr ernst. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass Baerbock den Dialog mit ihrem russischen Pendant Sergej Lawrow aufrechterhalten konnte. Damit hat sie ihre Feuertaufe im Osten bestanden. Nichtsdestotrotz bleibt der Weg der Europäischen Union zu einem souveränen Widersacher der Ostmächte ein weiter. Jetzt liegt alles in den Gesprächen in der Normandie – inmitten der EU.

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