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Falsche Erwartungen beim Inflations-Gipfel

Thema: Gipfel gegen die Inflation – Die Bundesregierung steht anders als vor 50 Jahren vor einer aus eigener Kraft fast nicht schaffbaren Herausforderung.

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Bundeskanzler Olaf Scholz will mit einer Konzertierten Aktion an alte Politikrezepte anknüpfen. Gespräche unter großem historischen Namen sind aber kein Erfolgsgarant. Im Gegenteil. Der Begriff weckt falsche Erwartungen. Die Bundesregierung steht anders als vor 50 Jahren vor einer aus eigener Kraft fast nicht schaffbaren Herausforderung.

Scholz kann nicht einfach mit Arbeitgebern und Gewerkschaften vereinbaren, dass Einkommen nicht immer weiter steigen – und damit die Inflation abbremsen. Scholz' Problem sitzt vor allem in Moskau und ist unkalkulierbar. Steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten treiben die Inflation und machen das tägliche Leben immer teurer. Das ist die wahre Baustelle der Bundesregierung. Sinken die Preise für die Waren des täglichen Bedarfs nicht bald wieder, brauchen die Menschen einfach mehr Geld, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Das Problem ist aber das Angebot: Haben die Bürger mehr Geld oder werden Preise für Güter durch geringere Abgaben geringer, steigt wieder die Nachfrage. Aber Güter wie Energie sind rar und verteuern sich in einem unregulierten Markt durch steigende Nachfrage immer weiter. So verpuffen staatliche Mittel in der Inflation, die Menschen brauchen wieder mehr Geld – eine gefährliche Spirale. Die Regierung kann also kaum etwas anderes tun, als ihre Kraft in die Stabilisierung der Märkte zu investieren oder in letzter Konsequenz die Energiepreise zu deckeln.

Wenn die Tarifpartner Scholz jetzt ihre Unterstützung im Kampf gegen die Rezession signalisieren, kann das nur heißen, dass sie vorübergehend die Füße still halten.

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