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Faktencheck: Die Corona-Impfung ist wirksam – die Auffrischung erneuert den Schutz

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen, auch Geimpfte sind unter den infizierten Personen. Heißt das, dass die Impfung nichts bringt? Diese Frage stellen sich User in den sozialen Medien.

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Foto: M. Niehues

Foto: M. Niehues

Mitten in der vierten Corona-Welle werden in Deutschland nach und nach Menschen zum dritten Mal gegen Covid-19 geimpft. Heißt das, dass die Impfung nicht wirksam ist, wie es ein Sharepic auf Facebook nahelegt?

Bewertung: Die Impfung ist wirksam und schützt nachweislich sehr gut vor schweren Corona-Verläufen. Eine erneute Impfung soll den nach einigen Monaten nachlassenden Schutz auffrischen.

Fakten: Der Aufruf, seine Impfung auffrischen zu lassen, und der Aufruf ungeimpfter Menschen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, stehen in keinem Widerspruch. Die Impfungen gegen Corona haben eine hohe Wirksamkeit. Sie schützen sehr gut vor schwerem Krankheitsverlauf, Krankenhauseinweisung und Tod.

So schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom 11. November 2021 (Seite 23), dass grob geschätzt seit Anfang Februar der Schutz vor einer Infektion mit Symptomen durch die Impfung bei den 18- bis 59-Jährigen bei 82 Prozent und bei den Menschen ab 60 Jahren bei 80 Prozent lag. Der Schutz vor einer Hospitalisierung: bei rund 88 Prozent (18 bis 59 Jahre) sowie etwa 85 Prozent (ab 60 Jahren). Betrachtet man den Schutz der Impfung vor einer Behandlung auf Intensivstation, kommt man laut RKI auf etwa 93 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen sowie rund 90 Prozent bei den ab 60-Jährigen.

Das Institut weist darauf hin, dass diese Werte „mit Vorsicht“ interpretiert werden sollten. Sie dienten einer ersten Abschätzung der Impf-Effektivität. „Zusammengefasst bestätigen die Anzahl der wahrscheinlichen Impfdurchbrüche sowie die nach der
Screening-Methode geschätzte Wirksamkeit der eingesetzten Impfstoffe die hohe Wirksamkeit aus den klinischen Studien“, heißt es jedoch.

Grundsätzlich gilt: Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2. Eine schwedische Studie, die bislang als Preprint (noch ohne Begutachtungsverfahren) veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis: Der Schutz vor einer symptomatischen Infektion mit Covid-19 ist ein bis zwei Monate nach der zweiten Impfung noch sehr hoch, sinkt dann aber ab.

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) veröffentlichte eine Stellungnahme zum Impfschutz. Darin heißt es, dass der Schutz durch die Grundimmunisierung – besonders im hohen Alter – mit der Zeit nachlasse und für die Prävention schwerer Covid-19-Verläufe (durch die dominierende Delta-Variante) eine gute Immunantwort notwendig sei. Die Stiko empfiehlt deshalb derzeit die Auffrischung der Impfung besonders für Menschen ab 70 Jahren, Pflegepersonal und Menschen mit Störungen in der Funktion des Immunsystems.

Durch eine solche Auffrischungs-Impfung – eine sogenannte Booster-Impfung – soll der Schutz vor symptomatischer und schwerer Erkrankung erneuert werden. Die Ergebnisse einer Studie aus Israel weisen bereits auf deren Effektivität hin.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat sich bereits zuvor in mehreren Faktenchecks (etwa hier und hier) mit der Wirksamkeit der Covid-Impfung beschäftigt.

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