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Fairness gefragt

Thema: Lindners Tank-Zuschuss-Idee – Die horrenden Summen für Benzin und Diesel sorgen für Unmut. Doch ist es wirklich sinnvoll, einen grundlegenden staatlichen Rabatt auf Sprit zu gewähren?

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Wie fatal es ist, sich von fossilen Brennträgern abhängig zu machen, das zeigt die derzeitige Spritpreisentwicklung in Deutschland. Und wieder einmal sind diejenigen, die wenig oder nichts verdienen, aber das Auto brauchen, um zur Arbeit, zum Arzt oder sonstwo hinzukommen, die Gebeutelten. Das gilt insbesondere für schlechter Verdienende im Oldenburger Münsterland, wo die ÖPNV-Anbindung zu wünschen übrig lässt.

Ist es also sinnvoll, Autofahrern grundsätzlich einen staatlichen Rabatt aufs Tanken zu gewähren? Nein. Denn: Vermögendere Menschen fahren prozentual mehr Auto. Die Maßnahme würde obendrein massiv Steuergelder kosten. Und für ukrainische Geflüchtete und die Unabhängigkeit von Russland würde sie auch nichts tun.

Eine Krise jagt die andere

Obendrein würde Lindners "Tankdeckel" die von der letzten Regierung beschlossene CO₂-Steuer durchkreuzen – auch wenn das Lenkungsprinzip nur kurzfristig angelegt wäre. Darüber hinaus ließe er außer Acht, dass die Energiekrise sich auch beim Heizen und bei den Preisen für Lebensmittel bemerkbar machen wird.

Fakt ist: All diese Entwicklungen zusammengenommen, trifft es vornehmlich die Menschen, die über wenig Geld verfügen. Bundesfinanzminister Lindner täte gut daran, Vorschläge für Menschen zu machen, die ohnehin schon mehr als genau wirtschaften müssen. Denn für sie werden die hohen Spritpreise auf alle Fälle zum Problem – ob kurz- oder langfristig.

Zurzeit jagt eine Krise die andere: die Pandemie, der Ukraine-Krieg, der Klimawandel. Solidarität ist der einzige Ausweg. Sie kann nur funktionieren, wenn es fair zugeht.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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