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Experten mahnen zur Vorsicht in Sachen Lockerungen

Die Rufe nach Strategien zur Lockerung von Corona-Maßnahmen werden lauter. Doch Experten und Expertinnen mahnen zur Vorsicht und vor falschen Hoffnungen.

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Symbolfoto: dpa

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In der Debatte um mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen in Deutschland raten Fachleute zu Vorsicht. "Eine Exit-Strategie zu planen, um sie später bereitliegen zu haben, ist gut und vernünftig. Aber die Politik sollte nichts überstürzen", sagte der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen. "Wenn man solche Pläne vorbereitet, muss man den Menschen auch immer klar dazu sagen, dass es noch zu nicht absehbaren Entwicklungen kommen könnte, die die Umsetzung verzögern."

Kritik kommt von Max Geraedts, der das Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Philipps-Universität Marburg leitet. Die Diskussion sende "viel zu früh" die Botschaft, dass die Pandemie schon vorbei sei. "Stattdessen werden wir in den nächsten Wochen an vielen Stellen erleben, dass Personal in allen Branchen entweder isoliert oder in Quarantäne ist, sodass es zu Einschränkungen des Alltags kommt."

"Wir stehen vor einem weiteren Anwachsen der Infektionswelle. Je nach weiterer Entwicklung könnten möglicherweise sogar erst einmal weitere Einschränkungen sinnvoll sein", teilte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) auf Anfrage mit. "Wir müssen eine gewisse Demut walten lassen bei all den Dingen, die wir bisher nicht über Covid-19 wissen, insbesondere durch Omikron." Sie verwies zum Beispiel auf Long Covid, Folgen möglicher wiederholter Infektionen und begrenzte Therapieoptionen. Schroeder hält Vorsicht für angebracht, eine politische Auseinandersetzung mit einem Lockerungsplan sei aber dennoch sinnvoll: "Aufmachen ist schwieriger als zumachen."

In der Diskussion hatte auch die Bundesregierung am Montag auf die Bremse gedrückt und darauf verwiesen, dass die Omikron-Welle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet diesen für Mitte Februar. Am 16. Februar sind auch die nächsten Corona-Krisenberatungen von Bund und Ländern geplant. Nach Ansicht von FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner sollte dort besprochen werden, "unter welchen Bedingungen, mit welchen Zwischenschritten" das Land wie wieder hochgefahren werden könne.

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