Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Essens Feuerwehr soll erweitert werden

Der Planungsausschuss empfiehlt einen Anbau. Das Gremium kam erstmals in neuer Besetzung zusammen. Kritik übte Bürgermeister Heiner Kreßmann an der Bahn und an den Netzentwicklern.

Artikel teilen:
Zu wenig Platz: Der Ausschuss stimmte für die Erweiterung der Feuerwehr in Essen. Foto: G. Meyer

Zu wenig Platz: Der Ausschuss stimmte für die Erweiterung der Feuerwehr in Essen. Foto: G. Meyer

Essens Feuerwehr hat zu wenig Platz. Das 20 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus  soll deshalb um einen Anbau erweitert werden. Der Planungsausschuss des Gemeinderates stimmte am Montag für die Bereitstellung der dafür notwendigen Mittel. Die Kosten werden auf rund 689.000 Euro geschätzt. 

Vor allem der Umkleidebereich und der Unfallschutz genügten inzwischen nicht mehr den Ansprüchen an eine moderne Wehr, hieß es in der Sitzung, an der zahlreiche Feuerwehrmitglieder als Zuhörer teilnahmen. So müssen unter anderem schmutzige und saubere Arbeitsbereiche besser voneinander getrennt werden. Hinzu kommen sollen auch verbesserte Umkleidemöglichkeiten für Frauen. 

Angebaut werden soll in Richtung Windmühlenweg. Und zwar so schnell wie möglich. Das Gremium empfiehlt, 300.000 Euro in den Haushalt 2022 einzustellen. Mit dem Geld können Planungskosten sowie erste Umbaumaßnahmen finanziert werden. 

Im Ausschuss wurde der Vorschlag einstimmig angenommen. Sprecher beider Fraktionen hoben die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit in der Gemeinde hervor. "Wir sind in der glücklichen Lage, gleich zwei gute Wehren zu haben", sagte Michael Blechinger (CDU). Das Engagement der Mitglieder verdiene Unterstützung. Stefan Roberg wies darauf hin, dass sich in Essen und Bevern bisher stets genügend Ehrenamtliche für den Dienst fänden. In anderen Regionen seien dagegen bereits Bürger zwangsverpflichtet worden, um den Brandschutz zu gewährleisten. "Da kann man eigentlich nicht mehr von einer Freiwilligen Feuerwehr sprechen", befand der Ausschussvorsitzende.

Feuerwehr bekommt auch ein neues Fahrzeug

Freuen dürfen sich Essens Brandbekämpfer auch aus einem anderen Grund. Der Ausschuss stimmte ebenfalls ohne Gegenstimmen für die Anschaffung eines neuen Großfahrzeugs. Das sogenannte "Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20" dient sowohl zum Löschen, als auch zum Transport des umfangreichen technischen Materials. Billig ist es nicht. Die Anschaffungskosten liegen bei knapp  500.000 Euro. Das Fahrgestell soll noch in diesem Jahr bestellt werden. 2023 dürfte die Übergabe stattfinden.

Liegendes Denkmal: Die Ladestraße soll Fahrradstreifen erhalten. Foto: G. Meyer"Liegendes Denkmal": Die Ladestraße soll Fahrradstreifen erhalten. Foto: G. Meyer

Radfahrer, die sich derzeit auf die Ladestraße wagen, benötigen gutes Sitzfleisch und stabile Stoßdämpfer. Das denkmalgeschützte Kopfsteinpflaster lädt nicht unbedingt zum Radeln ein. Das soll sich ändern. Die Gemeinde plant, die Verbindung zwischen Schulstraße und Bahnhof zur Fahrradstraße umzugestalten. Fördermittel gebe es auch, berichtete Bürgermeister Heiner Kreßmann. Von ihrer Höhe zeigte er sich überrascht.  So erhielt die Gemeinde Ende vergangenen Jahres einen Zuwendungsbescheid über 376.000 Euro, was  80 Prozent der Baukosten entspricht. Damit die historische Pflasterung erhalten bleibt, sollen links und rechts der Ladestraße jeweils 1,5 Meter breite Fahrradstreifen entstehen. Das Projekt wurde einhellig begrüßt. Es muss  aus Fördergründen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. 

Wernsing baut Biomassekraftwerk

Weder Kopfsteinpflaster- noch sonstige Steine stellte der Ausschuss  der Betriebserweiterung der Firma Wernsing in den Weg. Um CO₂-neutral Wärme zu gewinnen, will das Unternehmen  ein Biomassekraftwerk bauen, das mit Altholz betrieben werden soll. Die Wärme wird über eine Rohrleitung über die Lüscher Straße zum Werk geführt. Dort sind weitere Anlagen zur Lagerung und Entsorgung von Abfällen sowie eine Lkw-Werkstatt geplant.

Weil das Geruchsgutachten aktualisiert wurde, muss der erforderliche Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden. "Schnüffelproben" vor Ort sowie eine Rastermessung hätten erwiesen, dass die Grenzwerte eingehalten würden, berichtete Bauamtsmitarbeiter Steffen Iding. Auch das eingesetzte Altholz sei nicht oder nur wenig belastet. Zudem sei der Einbau von Filtern vorgesehen. Unter Altholz versteht man Holz, das bereits verwendet wurde und entweder entsorgt werden muss oder als Rohstoff erneut eingesetzt werden kann. 

Der Ausschuss hatte keine Einwände gegen die Planungen. Michael Schneiders (SPD) nannte die Investitionen der Firma ein "Bekenntnis zum Heimatstandort". In Addrup beschäftigt Wernsing rund 1150 Mitarbeiter. 

Wieder frei: Die Schulstraße darf wieder durchgehend befahren werden. Foto: G. MeyerWieder frei: Die Schulstraße darf wieder durchgehend befahren werden. Foto: G. Meyer

Der Haushaltsplan für das laufende Jahr befindet sich noch in Arbeit. Der Rat soll ihn Ende März verabschieden.  Matthias Meyer, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, erläuterte den Ausschussmitgliedern die wichtigsten Posten. So sieht der Plan erhebliche Ausgaben durch den Grundstückserwerb vor. Auf der anderen Seite spielt der Verkauf von Bauplätzen im neuen Baugebiet Löninger Straße/Am Schützenplatz mehrere Millionen Euro ein. Ein wichtiges Vorhaben wird der Bau eines neuen Kreisverkehrs in Essens Ortsmitte sein. Erneuert werden muss dort auch die  Regenwasserkanalisation. Der Baubeginn steht noch nicht fest. Wenn es losgeht, wird der Kreuzungsbereich gesperrt, der Verkehr muss umgeleitet werden.  

Heiner Kreßmann informierte über den Stand der laufenden Baumaßnahmen. Die Schulstraße konnte inzwischen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Derzeit wird der Altbau der Grundschule saniert und umgebaut. Auf der größten Baustelle der Kommune geht es aber nicht so schnell voran, wie gewünscht. Grund dafür sei der allgemeine Handwerker- und Materialmangel, erklärte Kreßmann. 

Bahnübergang am Forst: Projekt droht zu scheitern

Nicht am Material, sondern an der Trägheit der Deutschen Bahn scheint indes die Entschärfung des Bahnübergangs am Forst bei Felde zu scheitern. Eigentlich soll der Übergang, wie schon berichtet, stillgelegt und der aus Richtung Felde kommende Verkehr über einen parallel zu den Schienen verlaufenden Ersatzweg zur Straße „Großer Bruch“ umgeleitet werden. Das Projekt wurde jahrelang verschleppt und auch aktuell zeichnet sich keine Wende ab. Zwar hatte eine Bahnmitarbeiterin vor gut einem Jahr Fehler eingeräumt und Besserung angekündigt. Das Verfahren sei allerdings vom Eisenbahnbundesamt zurückgenommen worden, berichtete ein  frustrierter Bürgermeister. Er macht die Bahn für den erneuten Rückschlag verantwortlich. Aktuell gebe es dort keinen Ansprechpartner mehr für das Projekt. Kreßmanns Fazit: "Ich werde die Realisierung wohl nicht mehr erleben."

Verärgert ist Essens Verwaltungschef auch über die Pläne für neue Stromtrassen. Laut Netzentwickler Tennet wird das Planfeststellungsverfahren für den durch Essen führenden Teil der 380-kv-Freileitung im zweiten oder dritten Quartal des Jahres beginnen. Daneben sollen in einigen Jahren weitere Erdkabel die Gemeinde durchqueren. Die Auswirkungen auf die Entwicklungsmöglichkeiten seien nicht absehbar, betonte Kreßmann. Er rechnet mit deutlichen Einschränkungen für neue Bau- und Gewerbegebiete und kritisierte den Ablauf der Planungsverfahren. Nachfragen seien nicht erwünscht. "Das Motto lautet, Augen zu und durch", ärgert sich der Bürgermeister. 

Erschließung muss noch warten: Am Wöstendamm in Bevern laufen weitere archäologische Untersuchungen. Foto: G. MeyerErschließung muss noch warten: Am Wöstendamm in Bevern laufen weitere archäologische Untersuchungen. Foto: G. Meyer

Gebaut werden soll demnächst am Wöstendamm in Bevern. Bevor das neue Wohnbaugebiet erschlossen werden darf, haben  die Denkmalpfleger das Sagen. Sie buddeln bereits seit einer ganzen Weile. "Da stehen noch jede Menge Fähnchen", berichtete Heiner Kreßmann. Die Kosten muss die Kommune tragen. 400.000 Euro stellt die Verwaltung für die Planung und die archäologischen Untersuchungen in den neuen Haushalt ein.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Essens Feuerwehr soll erweitert werden - OM online