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Es macht wütend

Thema: Geplanter Anschlag auf Synagoge in Hagen – Was folgen wird, ist wieder Kurzzeit-Betroffenheit. Gefordert ist aber ein konsequentes Vorgehen gegen die Bedrohung.

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Deutschland hat dafür Sorge zu tragen, dass die Nachfahren derjenigen, die während der NS-Zeit in Europa umgebracht wurden, sicher hier leben können. Daran darf es keinen Zweifel geben. Und doch ist es wieder so, dass Juden auch im Nachfolgestaat von Nazideutschland gefährdet sind. Gebetshäuser müssen von der Polizei bewacht werden. Und die Angehörigen dieses Volkes müssen nicht nur Angst haben, mit einer Kippa über die Straße zu gehen. Sie müssen sogar Angst um ihr Leben haben.

Die Bilder von einem bewaffneten Rechtsextremisten, der vor 2 Jahren zum jüdischen Feiertag Jom Kippur versuchte, die Synagoge in Halle zu stürmen und 2 Menschen ermordete, sind immer noch gegenwärtig. Jetzt stand – wieder zu Jom Kippur – offenbar in Hagen eine ähnliche Tat kurz bevor, diesmal aus islamistischer Richtung. Die Polizei konnte den Anschlag glücklicherweise noch rechtzeitig verhindern.

Antisemitismus ist keine Meinung

Und nun? Was folgen wird, ist die immer gleiche deutsche Kurzzeit-Betroffenheit, inklusive der üblichen Lippenbekenntnisse von der Abscheulichkeit der geplanten Tat. Anschließend wird dann alles bleiben wie eh und je. Vereint im widerwärtigen Hass gegen Juden – zum Teil basierend auf jahrhundertealten, aberwitzigen Verschwörungsmythen – dürfen Islamisten, Salafisten, Rechtspopulisten, gewalttätige Neonazis, Ewiggestrige, Sofa-Demagogen in den unsozialen Online-Medien und jetzt auch noch die Querdenker ("Ich bin Covid-Jud") nach Lust und Laune weiterhetzen.

Es macht mindestens genau so wütend wie die geplante Tat von Hagen, dass Antisemitismus allgegenwärtig ist. Es macht wütend, dass Antisemiten nicht konsequent benannt, gestoppt, bestraft und ausgegrenzt werden. Denn: Jede Form von Antisemitismus – ob mit großen Waffen oder kleinen Worten – ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

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