Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Es ist an der Zeit, Extremisten zu stoppen

Die Protestformen sogenannter Klimaaktivisten werden immer radikaler. Aber die Politik tut fast nichts. Es ist an der Zeit, sie zu stoppen.

Artikel teilen:

Der Protest der von vielen Zeitgenossen immer noch eher verniedlichend so bezeichneten Klimaaktivisten nimmt immer bedenklichere Formen an. Zuletzt gipfelte er in Anschlägen auf Kunstwerke. Im Museum am Londoner Trafalgar Square überschütteten zwei Straftäter das Van-Gogh-Gemälde „Sonnenblumen“ mit Tomatensuppe. Im Potsdamer Museum Barberini schmierten Mitglieder der „Letzten Generation“ Kartoffelbrei auf ein auf einen Wert von 110 Millionen Euro taxiertes Gemälde Claude Monets.

Bilder zu beschmieren und damit die Zerstörung eines wichtigen Teils europäischer Kultur billigend in Kauf zu nehmen, ist nur ein weiterer und vermutlich nicht der letzte Schritt von Extremisten aus zutiefst antidemokratischen Gruppen wie „Ende Gelände“ oder „Letzte Generation“, die der Verfassungsschutz teils als linksextremistisch einstuft.

Klimaaktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe Letzte Generation, nachdem sie das Gemälde Getreideschober (1890) von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen haben. Nach der Attacke gegen das Gemälde Getreideschober (1890) von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini sind die beschuldigten Klimaaktivisten wieder auf freiem Fuß. Foto: dpaKlimaaktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe "Letzte Generation", nachdem sie das Gemälde "Getreideschober" (1890) von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen haben. Nach der Attacke gegen das Gemälde "Getreideschober" (1890) von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini sind die beschuldigten Klimaaktivisten wieder auf freiem Fuß. Foto: dpa

Bislang hat es ihnen die Staatsmacht allerdings auch ziemlich leicht gemacht, ja sie geradezu ermutigt, immer weiterzumachen. Das Festkleben von Extremisten auf Hauptverkehrsstraßen und damit ein in aller Regel stundenlanger Verkehrskollaps etwa hatte und hat kaum Konsequenzen für die Täter. Die verhängten Strafgelder zahlen sie entweder aus der Portokasse oder sie haben spendable Geldgeber im Hintergrund. Und als kürzlich Extremisten in Berlin zunächst vor dem Bundesverkehrsministerium und wenig später auch im Eingangsbereich des Finanzministeriums am Boden festklebten, da ging die Öffentlichkeit schnell darüber hinweg. Dabei wäre zumindest einmal zu klären gewesen, wie „Ende Gelände“ und Co. für solche Aktionen so nah an die Ministerien gelangen können.

„Wer aber auf so wenig Widerstand des Staates stößt, der wird seine Grenzen auch immer weiter austesten.“Klaus-Peter Lammert

Wer aber auf so wenig Widerstand des Staates stößt, der wird seine Grenzen auch immer weiter austesten. Zumal er ja auf der Seite des Guten steht. Denn nur er weiß, wie die Erde dem kurz bevorstehenden Hitzetod gerade noch entrinnen kann. Schließlich ist er im Besitz der absoluten Wahrheit. Übrigens etwas, was auch die schlimmsten Diktatoren der Menschheitsgeschichte für sich beansprucht haben oder immer noch beanspruchen. Wie weit dieses gefährliche Denken in den selbsternannten Klimarettungskreisen bereits um sich gegriffen hat, zeigt eine Aussage der Ikone der Fridays-for-Future-Bewegung, Luisa Neubauer. Sie verstieg sich in der Markus-Lanz-Talkshow im ZDF mit Blick auf das Klima zu dem Satz: „Die Wahl zwischen Zeit und Demokratie haben wir nicht.“ Das ist eine Behauptung, mit der sich in wahren oder auch nur vermeintlichen Krisenzeiten jede Diktatur, jede Beschneidung der bürgerlichen Rechte rechtfertigen lässt.

Höchst nachdenklich stimmt, dass von den Parteien, die laut Grundgesetz bei der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken, nur sehr verhaltener Widerspruch kommt. Das mag bei der einen oder anderen nicht verwundern. Zwar tragen sie zum Teil derzeit Regierungsverantwortung, aber sie sind schließlich in diesen Protestbewegungen tief verwurzelt. Da muss ein mahnend gehobener Zeigefinger von Kulturstaatsministerin Claudia Roth wegen beschmierter Bilder reichen. Aber auch die anderen Parteien tun wenig, anstatt entschieden gegen die Klimaextremisten vorzugehen. Fast hat es den Anschein, als hätten sie vor ihnen schon kapituliert.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Es ist an der Zeit, Extremisten zu stoppen - OM online