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Es gibt keinen "Freedom Day"

Thema: Die Pandemie endet nicht am Stichtag 20. März. Wer das behauptet, bläst ins populistische Horn. Den "Freiheitstag" fordert schließlich auch nur eine einzige Partei in Deutschland.

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Auch wenn das Wort so schön griffig ist und ob der emotionalen Melodie von vielen Medien genutzt wird: Wem mit Blick auf den 20. März das Wort "Freedom Day" auf den Lippen liegt, sollte unbedingt innehalten und sich diesen Begriff noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Denn er ist polemisch. Er ist reiner Populismus. Wer nachdenkt, wird erkennen, dass es sich dabei um umgekehrtes Querdenken handelt.

"Freedom Day" bedeutet im Umkehrschluss, dass wir bis zu jenem Datum allesamt unfrei waren. Prompt findet man sich nicht nur unter den Spaziergängern wieder, sondern unter jenen Schreihälsen, die eine "Coronadiktatur" skandieren und dabei das verfassungsmäßige Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen. Dieses Klientel nimmt nicht den englischen "Freedom Day" in den Mund. Es muss der deutsche "Freiheitstag" sein. Den fordert nur eine einzige Partei in Deutschland. Hier wird's unbehaglich.

Der "Freedom Day" war eine Idee vom britischen Premier Boris Johnson. Mit mäßigem Erfolg. Stets bemüht um die eigenen Beliebtheitswerte, lenkte der Populist schon mit dem zweiten "Freedom Day" von der eigenen Inkompetenz ab – als Befreiungsschlag aus der Partygate-Affäre. Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert der britische Corona-Kurs längst nicht mehr.

Die Pandemie endet nicht schlagartig an diesem Stichtag. Ein Leben wie vor der Pandemie wird es nicht geben. Wie es in Zukunft aussehen wird, kann kein Virologe und auch kein Politiker sagen. Lassen wir den 20. März doch so wie er ist: Frühlingsanfang.

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