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Es fehlt ein Plan für die 4. Corona-Welle

Das Land verabschiedet sich in einen unbeschwerten Sommer, ohne an den Herbst zu denken. Doch es bleibt ein riskantes Geschäft, allerorten die Masken fallen zu lassen.

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Groß ist die Erleichterung über sinkende Inzidenzzahlen im Oldenburger Münsterland. Groß ist die Zufriedenheit über den noch vor Wochen kaum vorstellbaren Impffortschritt. Groß ist die Freude über die Normalität, die in unser Leben zurückkehrt, jeden Tag ein wenig mehr.

Man sieht es den Menschen an, die in diesen Tagen durch die Innenstädte flanieren, wie sie diese Momente genießen. Sie sitzen wieder in Cafés, wenden sich einander ohne Scheu zu und unterhalten sich – klar, ohne Maske. Wer will da den Teufel an die Wand malen?

Mit Verlaub, irgendwer muss es tun. Die Delta-Variante des Coronavirus ist unbestreitbar auf dem Vormarsch und wird Deutschland nach Einschätzung seriöser Virologen im Herbst eine 4. Welle bescheren. Die sehr ansteckende Mutation ist in dieser Woche erstmals auch im Oldenburger Münsterland nachgewiesen worden.

Die Infektionszahlen werden spätestens nach den Sommerferien wieder steigen. Was wir nicht wahrhaben wollen, ist in Großbritannien bereits passiert. Dort werden vor allem Schüler zu Opfern. Diese Bevölkerungsgruppe wird auch in Deutschland zu Schulbeginn weiter ungeschützt sein.

Ende Juni läuft die Bundesnotbremse aus – und dann? Auch die Politik geht nach einem anstrengenden Jahr in die Sommerferien und im September ist Bundestagswahlkampf. Da geht es für jeden Abgeordneten auch um die persönliche Existenz. Wenn es ganz schlecht läuft, beginnt Deutschland über die 4. Welle nachzudenken, wenn sie schon über uns hereingebrochen ist.

"Es wäre schade, wenn wir das Erreichte leichtfertig verspielten. Das ist im Herbst vergangenen Jahres und auch im Frühjahr dieses Jahres bereits 2 mal passiert."Ulrich Suffner, Chefredakteur

Jeder sehnt sich nach einem unbeschwerten Sommer. Er ist möglich und wir sollten ihn genießen. Doch zur Wahrheit gehört auch: Das Coronavirus hat bisher noch jede Leichtsinnigkeit bestraft. Es bleibt ein riskantes Geschäft, allerorten die Masken fallen zu lassen – vor allem in geschlossenen Räumen. Dort auf diesen Minimalschutz zu verzichten, ist kurzsichtig.

Auch wenn die Inzidenzzahlen geraden schmelzen wie Eis in der Sonne: Es bleibt richtig, dass die Seuche sich dauerhaft nur durch Herdenimmunität ausmerzen lässt. Die Impfkampagne ist aber noch nicht an ihr Ende gelangt. Ja, Deutschland steht im Frühsommer gut da. Ja, maßvolle Lockerungen sind zu verantworten. Doch mehr eben auch nicht. Es wäre schade, wenn wir das Erreichte leichtfertig verspielten. Das ist im Herbst vergangenen Jahres und auch im Frühjahr dieses Jahres bereits 2 mal passiert.

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