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Erstmals seit April mehr als 5000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der neu registrierten Corona-Infektionen liegt bei mehr als 5000. Die gesamte Bevölkerung müsse sich für den Infektionsschutz engagieren, appelliert das RKI.

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Foto: dpa/Michael

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Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132.

Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt.

Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

Rund 620 Covid-Patienten liegen auf der Intensivstation

Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg zwar in den vergangenen Tagen merklich, ist aber weiterhin vergleichsweise niedrig. So wurden laut Daten des DIVI-Intensivregisters von Dienstag rund 620 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, eine Woche zuvor waren es noch rund 450. Insgesamt sind demnach in Deutschland aber noch knapp 9000 Intensivbetten frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 334.585 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9677. Das waren 43 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 281.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,18 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Dienstag bei 1,20 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Nordwesten ist bleibt weiter Corona-Hotspot

Der Nordwesten Niedersachsens bleibt auch am Mittwoch weiter einer der größten Corona-Hotspots in Deutschland. Als 7-Tagesinzidenzzahl meldet das RKI für den Kreis Cloppenburg 99, für den Kreis Vechta 58,8. Die Berechnung des Robert-Koch-Institutes ist für die Einwohner insofern wichtig, weil die meisten Bundesländer auf Basis dieser Daten Einschränkungen für Einreisende erlassen.

Hat ein Landkreis den 50er-Grenzwert überschritten drohen in den meisten Ländern zum Beispiel Beherbungsverbote. Dementsprechend sollten sich nach jetzigem Stand der Dinge Cloppenburger und Vechtaer bei ihrem Gastgeber und/oder Reiseveranstalter informieren bzw. auf Eigeninitiative einen Coronatest besorgen. Nur mit dem können Beherbungsverbote umgangen werden. Am Mittwoch wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie und auch über Beherbergungsverbote beraten.

Die Berechnung der aktuellen 7-Tagesinzidenz für die beiden Landkreise durch Gesundheitsamt und/oder Landesgesundheitsamt werden am Dienstagvormittag erwartet. Diese Werte entscheiden darüber, ob es Einschränkungen im alltäglichen Leben vor Ort geben muss.

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