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Erstmals seit 1956 wieder 5 Parteien auf dem Wahlzettel

65 Kandidaten bewerben sich um einen Sitz im Friesoyther Stadtrat. Bei der Sitzung des Gemeindewahlausschusses tauchten auch 2 Bewerber auf, die bislang nicht in Erscheinung getreten sind.

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Sitze zu vergeben: Am 12. September entscheidet sich, wer künftig im Ratssaal der Stadt Friesoythe Platz nimmt. Fünf Parteien schicken 65 Bewerberinnen und Bewerber ins Rennen. Foto: Stix

Sitze zu vergeben: Am 12. September entscheidet sich, wer künftig im Ratssaal der Stadt Friesoythe Platz nimmt. Fünf Parteien schicken 65 Bewerberinnen und Bewerber ins Rennen. Foto: Stix

Jetzt ist es amtlich: Bei der Kommunalwahl am 12. September bewerben sich 65 Kandidatinnen und Kandidaten aus 5 Parteien für die 32 Sitze im Friesoyther Stadtrat. Der Gemeindewahlausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend alle eingereichten Listen und Bewerbungen für die Stadtrats- und Bürgermeisterwahl zugelassen. Bei der Bürgermeisterwahl steht zudem fest, dass Bernd Wichmann von der CDU als einziger Gegenkandidat den Amtsinhaber Sven Stratmann (SPD) herausfordert. 

Die SPD hat mit 33 Bewerberinnen und Bewerbern die längste Liste, gefolgt von der CDU mit 28. Für die FDP treten Andreas Tameling und Heiner Schütte an, die Grünen schicken Norbert Rehring ins Rennen, für die Linke tritt Beatrix Schaefer an. Erstmals seit 1956 stehen damit 5 Parteien auf dem Wahlzettel.

Über 18.000 Friesoytherinnen und Friesoyther wahlberechtigt

Gemeindewahlleiter Karsten Vahl und seine Stellvertreterin Sarah Poschmann gaben in der Sitzung auch die Termine für den Ablauf der Wahl bekannt. Das Wählerverzeichnis wird die Stadtverwaltung am Wochenende erstellen, vom 2. August an besteht dann die Möglichkeit, über die Homepage der Stadt einen Briefwahlantrag zu stellen. Nach Eingang der schriftlichen Wahlbenachrichtigung können die Briefwahlunterlagen auch postalisch angefordert werden.

Die Briefwahl kann vom 9. August an auch persönlich im Rathaus durchgeführt werden. "Wir haben die Briefwahl in diesem Jahr terminlich nach vorne gezogen, weil wir wegen Corona mit einem höheren Anteil an Briefwählern rechnen und das sonst nicht bewältigen können", erläutert Vahl. Wahlberechtigt sind bei der Kommunalwahl alle Friesoytherinnen und Friesoyther ab 16 Jahre, die am 11. Juni 2021 in Friesoythe gemeldet waren. Nach Auskunft des Bürgeramtes sind das über 18.000 Menschen.

Es gibt 2 Überraschungskandidaten

Bei der Sitzung des Wahlausschusses waren die Kandidaturen von Beatrix Schaefer (Die Linke) und Norbert Rehring (Grüne) die einzigen Überraschungen. Beide waren bislang im Zusammenhang mit der Kommunalwahl nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Schaefer will nach eigenem Bekunden "Farbe in den Rat bringen und ihn etwas bunter machen". Bei ihrer Kandidatur hat sie auch die große Politik im Blick. "Wenn man im Kleinen nicht anfängt was zu ändern, wird es auch bundesweit nichts", sagt die 44-Jährige, die seit 20 Jahren in Friesoythe lebt.

Beatrix Schaefer tritt bei der Kommunalwahl für die Linke an. Foto: LinkeBeatrix Schaefer tritt bei der Kommunalwahl für die Linke an. Foto: Linke

Ihre Themenschwerpunkte sind Kinder, Jugend und Bildung, Nachhaltigkeit sowie soziale Gerechtigkeit. "Man kann als Kommune beispielsweise darauf achten, dass bei Ausschreibungen solche Firmen bevorzugt werden, die tariflich bezahlen und nachhaltig arbeiten", bricht die kaufmännische Angestellte das Thema auf die Möglichkeiten der lokalen Politik herunter. 

Norbert Rehring setzt die Schwerpunkte Stadtentwicklung, Bildung,  Kultur und Landwirtschaft. "Eine Kommune kann Landwirte durchaus dabei unterstützen, neue Wege zu gehen", sagt er. Dabei gehe es ihm nicht allein um Biobauern, sondern auch um eine vertretbare konventionelle Landwirtschaft. "Man muss Landwirte belohnen, wenn sie etwas für den Artenschutz tun", sagt er. "Vor allem kleine und mittlere Betriebe müssen überleben."

Für die Grünen geht Norbert Rehring ins Rennen um einen Sitz im Friesoyther Stadtrat. Foto: StixFür die Grünen geht Norbert Rehring ins Rennen um einen Sitz im Friesoyther Stadtrat. Foto: Stix

In der Stadtentwicklung will er bei der Bauleitplanung darauf achten, dass sie ökologisch vertretbar ist. Zudem wünscht er sich in der Innenstadt mehr Grünoasen sowie mehr Treffpunkte und Begegnungszonen. Die könnten dann auch gut für kleinere und größere Kulturveranstaltungen genutzt werden. "Davon brauchen wir einfach mehr", sagt der 65-jährige frühere Oberschullehrer.

Sowohl Schaefer als auch Rehring wollen, sollten sie gewählt werden, im Rat nicht alleine arbeiten. "Ich werde versuchen, Anschluss zu finden, denn als Einzelkämpfer hat man keine Chance", sagt Rehring und lässt dabei offen, mit wem er sich eine engere Zusammenarbeit vorstellen kann. "Ich will niemanden ausschließen", sagt Schaefer, "aber ich hoffe, dass mir die SPD gewogen wäre." Auch eine Zusammenarbeit mit Rehring könne sie sich vorstellen.

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