Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Erneut über 11.000 Neuinfektionen in Deutschland

(Update) Die Zahl der bundesweit registrierten Fälle liegt deutlich über denen von vor 7 Tagen. Derweil treten am Freitag in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta neue Allgemeinverfügungen in Kraft.

Artikel teilen:
Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet.

Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Mehr Tests als im Frühjahr

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Neue Allgemeinverfügungen in den Kreisen CLP und VEC

Am Freitag (23. Oktober) treten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta neue Allgemeinverfügungen in Kraft. Die Kontaktbeschränkungen werden in beiden Gebieten verschärft. 

Am Donnerstag verzeichnete die Cloppenburger Kreisbehörde 65 neue positive Testergebnisse. Die Zahl der aktiv nachweislichen Fälle stieg auf neuen Rekordwert: 595. Entgegen der steigenden Zahlen sank am Donnerstag die vom RKI um 0 Uhr ausgegebene Inzidenzzahl für den Landkreis Cloppenburg. Ursache hierfür sind offenbar 91 Corona-Fälle, die bereits auf dem Übermittlungsweg von Cloppenburg nach Hannover verloren gingen: Während das Cloppenburger Gesundheitsamt am 21. Oktober 1326 Gesamtfälle gemeldet hatte, waren in der Statistik vom Landesgesundheitsamt am 22. Oktober nur 1235 Gesamtfälle aufgeführt worden. Auf Anfrage von OM online erklärte das Landesgesundheitsamt, dass man in Hannover in den letzten 3 Tagen nur eine Handvoll neue positive Fälle erhalten habe. Wie Dr. Holger Scharlach, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Landesgesundheitsamt, gegenüber OM online erklärte, wolle man jetzt aufgrund des Hinweises auf Ursachenforschung gehen - und sich mit dem Gesundheitsamt in Cloppenburg in Verbindung setzen. Tatsächlich wurde aufgrund unseres Hinweises erst am Donnerstag entdeckt, dass ein Software-Update - unbemerkt -  tagelang die Meldekette gestört hatte.

Nicht das erste Mal: Die Berechnung der 7-Tagesinzidenz sorgt schon seit geraumer Zeit für Verwirrung. Die nachträglichen Korrekturen, die in der Vergangenheit nicht unerheblich waren und sich sogar über einen Zeitraum von über einer Woche erstreckten, wurden mehrmals vorgenommen.  Für großen Unmut sorgte zuletzt ein "Datenstau" am 9. Oktober.

Indes meldete der Landkreis Vechta am Donnerstag 58 bestätige Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach dem Rekordwert von 66 Neuinfektionen vom Mittwoch steigen damit die Corona-Zahlen im Vechtaer Kreis erneut stark an. Auch hier sorgten die Zahlen der vergangenen Tage für Verwirrung: Nach den Angaben der Kreisverwaltung vom Donnerstag sind nun wohl deutlich weniger Infektionen auf die private Trauerfeier in Lohne zurückzuführen als bisher gedacht. Etwa 50 Corona-Fälle der insgesamt 256 positiven Testergebnisse der vergangenen 7 Tage stammen aus dieser Feier. Darin seien auch weiterführende Infektionen, von engen Kontaktpersonen, berücksichtigt, bestätigte die Kreisverwaltung auf Nachfrage. Über das vergangene Wochenende war die Zahl der aktiven Fälle in der Stadt Lohne stark angestiegen. Laut Kreisbehörde standen bis Montag 16 Neuinfektionen mit der Trauerfeier in Zusammenhang, ehe am Dienstag 18 weitere registrierte Fälle hinzukamen. Nach Mittwoch und Donnerstag sei die Zahl der auf die Trauerfeier zurückzuführenden Infektionen nun auf insgesamt 50 gestiegen. 

Außerdem sorgten Falschmeldungen überregionaler Medien für weitere Verwirrung. Angeblich, so der Nachrichtensender Nonstopnews, hätten sich Trauerende auf der Bestattung des Lohner Pfarrers Uwe Grünefeld mit dem Coronavirus infiziert. Der Landkreis Vechta stellte schnell klar: Bei der Beerdigung des Lohner Pfarrers Uwe Grünefeld ist es zu keiner Infektion mit dem Virus gekommen. Bei der besagten Trauerfeier handelte es sich nach Informationen von OM Online um einen Trauerfall innerhalb der jesidischen Glaubensgemeinschaft in Lohne. Der Landkreis will dies nicht bestätigen.

OM liegt weiter deutlich über der 50er Marke

Trotz 91 fehlender Fälle aus dem Landkreise Cloppenburg gibt das Robert-Koch-Institut mit Stand von Freitag (23. Oktober, 0 Uhr) einen Inzidenzwert von 77,3 an. Für den Landkreis Vechta meldet das RKI 119 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen.

Neue Corona-Landesverordnung für Niedersachsen

Seit Freitag gilt eine neue Corona-Verordnung, die das Land Niedersachsen erlassen hat. Demnach greift eine Sperrstunde für Kommunen, die den kritischen Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschreiten. Von 23 bis 6 Uhr am Folgetag müssen dann alle gastronomischen Betriebe schließen. Steigt der kritische Wert auf 50, dürfen Gastronomiebetriebe zudem keine alkoholischen Getränke mehr außer Haus verkaufen. Ab dem kritischen Wert von 35 müssen zudem unter freiem Himmel Masken getragen werden, wenn Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

Über 400.000 Infektionen seit Pandemiebeginn

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Erneut über 11.000 Neuinfektionen in Deutschland - OM online