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Erleichterung in Europa

Thema: Macron setzt sich in Frankreich durch – Erneut hat Emmanuel Macron in der Stichwahl gegen Marine Le Pen gesiegt. Deren Stimmenanteil wächst aber kräftig. Ihre Zeit könnte in 5 Jahren kommen.

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Europa ist an der Katastrophe vorbeigeschrammt, ein Wahlsieg von Marine Le Pen in Frankreich bleibt aus. Wäre die Rechtspopulistin in den Elysee-Palast eingezogen, hätte das in Zeiten des Putin'schen Angriffskrieges in der Ukraine eine Dynamik auslösen können, die die Europäische Union an den Rande des Untergangs gebracht hätte.

Europa kann voraussichtlich für fünf weitere Jahre auf Emmanuel Macron als Präsident in Paris setzen – als Führer der zweitgrößten Wirtschaftsmacht in der Europäischen Union; und, was in diesen Zeiten vielleicht noch wichtiger ist: als Anführer der bedeutendsten Armee der Europäischen Union.

Bei aller Erleichterung: Die Stichwahl am Sonntag war nach der Wahl im Jahr 2017 der zweite Urnengang in Folge, bei dem die Rechtspopulistin Marine Le Pen in die zweite Runde kam. Zum wiederholten Male ging es für die Franzosen um fast alles. Viele, vor allem aber linke Wähler, empfanden das erneut als Wahl zwischen Pest und Cholera. Trotzdem stimmten sie in hinreichend großem Maße in der Not lieber für Macron als für Le Pen. Mal wieder zitterte Europa, mal wieder ging es nochmal gut.

Wer wird 2027 gegen Le Pen antreten?

Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Le Pen den Hochrechnungen vom Sonntagabend zufolge ein deutlich stärkeres Ergebnis eingefahren hat als noch vor fünf Jahren.

Im Jahr 2027, wenn Macron nicht erneut antreten darf, wird Le Pen 59 Jahre alt – jung genug, um es dann erneut zu versuchen. Wer dann gegen die etablierte und zunehmend akzeptierte Le Pen antreten wird – und siegen kann –, ist unklar. Zumal die traditionellen Parteien, die Sozialisten und die Konservativen, völlig irrelevant geworden sind. Macrons Partei kennt nur ein Programm: den Präsidenten. Was nach ihm kommen könnte, bleibt die spannende Frage.

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