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Erfolg wird zum Problem

Thema: Akzeptanz in der Bevölkerung bröckelt. Trotz Erfolgen der Corona-Maßnahmen rumort es. Das Paradoxe: Weil sie vergleichsweise erfolgreichen waren, wächst die Ungeduld bei den Menschen.

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Der bisherige Erfolg kann den Verantwortlichen zum Verhängnis werden. So sehr Kanzlerin Angela Merkel für das Krisenmanagement der vergangenen Wochen gelobt wurde, so sehr lässt der plötzliche Hype wieder nach. Die jüngste Tendenz in der Akzeptanz zeigt, wie gefährlich der politische Corona-Ritt auf der Rasierlinge sein kann.

Das Paradoxe: Weil die Maßnahmen vergleichsweise erfolgreich waren, wächst die Ungeduld bei den Menschen. Und damit die Skepsis, ob der Shutdown in dieser drastischen Form hätte überhaupt sein müssen. Das ist aus Sicht der besonders Betroffenen, die um ihre Existenz kämpfen oder sie bereits verloren haben, mehr als verständlich. Doch wer konnte die Ausmaße der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen tatsächlich voraussehen? Niemand.

Hätten wir italienische Verhältnisse erleben müssen und viel mehr Opfer zu beklagen, gäbe es die Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht. Natürlich nicht. Eigentlich eine positive Entwicklung. Und doch ein Dilemma für die Regierung. Jüngste Umfragen haben ergeben, dass der Zuspruch in der Bevölkerung bröckelt.

Tatsache aber bleibt: Das Virus ist nicht weg, die Bedrohung nach wie vor vorhanden. Darum werden die inzwischen zum Alltag gehörenden Gewohnheiten zwischen Maske und Abstand auf Dauer bleiben müssen. Diese Disziplin könnte ausreichen, damit wir wieder langsam durchstarten können, um mit Vollgas weiterzumachen.   Weil es dringend nötig ist und  davon auch das Leben vieler Menschen abhängig sein könnte.

Das gesamte Land, die Welt steht still. Unglaubliche Zahlen alleine in Deutschland belegen die drastischen Auswirkungen. Rund 100 Milliarden Euro Steuereinnahmen fehlen, gleichzeitig wird ein noch größeres Auffangpaket geschnürt. Natürlich: In letzter Konsequenz werden wir alle in den nächsten Jahren das Paket schultern müssen. Trotzdem: Ich bin froh, in Deutschland zu leben. Weil es besser als in anderen Ländern möglich ist, den wirtschaftlichen Aufprall zumindest abzufedern.

Ein unglaublicher, unfassbarer Kraftakt. Aber wer soll es schaffen, wenn nicht wir...?

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