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Energieverbauch runter: Damme will Anreize für Investitionen in Ortsteilen schaffen

Eigentümer von Gebäuden sollen höhere steuerliche Abschreibungen etwa in die Dacherneuerung nutzen können. Dazu muss der Rat aber 5 Quartierskonzepte beschließen. Die Vorarbeiten laufen.

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Im gesamten Dammer Stadtgebiet: Wer in die energetische Gebäudesanierung investiert, soll bis zu 100 Prozent der Kosten steuerlich geltend machen können. Foto: dpa/Wolf

Im gesamten Dammer Stadtgebiet: Wer in die energetische Gebäudesanierung investiert, soll bis zu 100 Prozent der Kosten steuerlich geltend machen können. Foto: dpa/Wolf

Die Stadt Damme möchte den energetischen Umbau im Rahmen des Klimaschutzes auch in den Ortsteilen Rüschendorf,  Osterfeine, Dümmerlohausen, Klünenberg und Langenteilen vorantreiben. Dazu sollen integrierte energetische Quartierskonzepte maßgeblich beitragen, weil auf deren Grundlage in einem bestimmten Maße eine Förderung möglich ist.

Profitieren werden am Ende des Verfahrens die Eigentümer von Wohngebäuden und Gewerbeimmobilien,  die in den energetischen Umbau investieren und zum Beispiel das Dach, die Fenster oder die Heizungsanlage erneuern lassen. Sie können die anfallenden Kosten steuerlich noch höher absetzen als ohnehin.

Vorteile sollen auch für barrierefreien Umbau gelten

Das soll nach Angaben des Dammer Klimaschutzbeauftragten Roman Fehler im Übrigen auch für den barrierefreien Umbau innerhalb von Gebäuden sowie auf deren Außengelände gelten.

Damit die Eigentümer aber für von ihnen selbst genutzte Gebäude bis zu 90 und für vermietete Wohnungen bis zu 100 Prozent der Investitionssumme steuerlich geltend machen können, muss der  Stadtrat als rechtliche Grundlage für jeden der 5 Ortsteile jeweils ein integriertes energetisches Quartierskonzept verabschieden. Für vorher begonnene Maßnahmen gelten nur die üblichen Abschreibungssätze.

Diese Konzepte erarbeiten gemeinsam die Büros DSK BIG aus Hamburg und KEEA ("Klima und Energieeffizienz Agentur") aus Kassel nach der Richtlinie zum Programm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Ratsbeschluss ist für den kommenden Oktober angepeilt.

Für Dammer Innenstadt gibt es seit 2014 ein Quartierskonzept

In Sachen "Quartierskonzept" besitzen die Dammer bereits Erfahrung. Denn bereits 2014 begannen die Arbeiten an einem solchen Quartierskonzept für die Innenstadt, die so zu einem sogenannten Klimaquartier wurde. Seit 2016 gibt es ein Sanierungsmanagement, das die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in der Innenstadt unterstützt und begleitet.

Nach einer Schätzung Brigitte Vorwerks vom Büro DSK BIG sind seitdem  in der Dammer Innenstadt knapp 3 Millionen Euro in die energetische Gebäudesanierung geflossen. Genaue Zahlen liegen nach Worten Roman Fehlers noch nicht vor, weil die Stadtverwaltung derzeit am Schlussverwendungsnachweis arbeitet, sprich: Sie zieht  Bilanz. 

Das Besondere bei den nun geplanten 5 Quartierskonzepten ist, dass die Ortsteile gleichzeitig am Dorfprogramm "Dorfregion Damme-Ost" teilnehmen und aus diesem Programm auch Fördermittel an private Investoren fließen. Die Verzahnung von 2 städtebaulich relevanten Programmen zur Dorfentwicklung und energetischen Quartierssanierung habe es in Deutschland bislang nicht gegeben, sagte Roman Fehler.

Mitarbeiter fotografieren Häuser in den 5 Ortsteilen

Neu sei zudem, dass 5 gleichzeitig ausgewiesene Klimaschutzquartiere als ein Verbund betrachtet werden und hinsichtlich der energetischen Maßnahmen eine Zusammenarbeit geplant ist. So sollen Synergien zwischen den 5 Ortsteilen genutzt und gemeinsame Lösungen erarbeitet werden. Zur Erarbeitung dieses Konzeptes möchte die Stadt KfW-Fördermittel in Anspruch nehmen. Später soll ein Sanierungsmanagement die Maßnahmen begleiten.

"Wir wahren die Privatsphäre."
Brigitte Vorwerk, Büro DSK BIG

Im Zuge der Erarbeitung der einzelnen Quartierskonzepte werden sich Mitarbeiter der beiden Büros in den kommenden Wochen in den 5 Ortsteilen im Rahmen einer Bestandsaufnahme alle Gebäude ansehen und fotografieren. Das diene zur Datenerhebung. "Wir wahren aber die Privatsphäre", versicherte Brigitte Vorwerk. Die Bürger dürften die Mitarbeiter der Büros jederzeit ansprechen.

Stefan Schäfer, als Sanierungsmanager bei KEEA tätig, sagte, die Berechnungen für die einzelnen Gebäude fließen in einen Datenpool ein, um eine Gesamtaussage für den jeweiligen Ort machen zu können. Die wird auch für die Stadt Empfehlungen beinhalten, wo sie in den Bereichen Energieeffizienz und Mobilität tätig werden kann. Allerdings  erhält sie keine Fördermittel auf Grundlage der Quartierskonzepte. Sie müsste bei der Umsetzung andere Fördertöpfe finden.

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