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Energiekrise: Was ist mein konkreter Beitrag zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes?

Um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, reicht es nicht, sich auf den Staat zu verlassen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen auch selbstverantwortlich handeln.

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Spätestens die Zerstörung der Gas-Pipelines in der Ostsee dürften auch dem Letzten die Augen geöffnet haben. Auf absehbare Zeit erhält Deutschland kein Gas aus Russland. Der brutale Überfall auf die Ukraine und die unrechtmäßigen Annexionen werden auf lange Zeit eine große ökonomische Bürde bleiben. Ihr kann Deutschland nicht ausweichen, es sei denn, Europa würfe sich Wladimir Putin zu Füßen.

Nach monatelangem Diskutieren schreitet die Bundesregierung gerade noch rechtzeitig zur Tat, um Strom und Gas für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen bezahlbar zu halten. Mit dem in dieser Woche verkündeten Wirtschaftsstabilisierungsfonds soll sich zur bereits angekündigten Strompreisbremse nun auch noch eine Gaspreisbremse gesellen, auf Pump finanziert. Die umstrittene Gasumlage ist Geschichte.

Details dieses „großen Abwehrschirms“ werden Mitte Oktober bekannt gegeben. Aber schon jetzt ist klar, dass die Ampel-Koalition gegen den Rat angesehener Wirtschaftsinstitute handelt und Gefahr läuft, die bereits hohe Inflation weiter anzuheizen. Aus Sicht der Ökonomen wären direkte Hilfen für Bedürftige sinnvoller als staatliche Preisregulierung.

"Es reicht nicht, wenn nur der ärmere Nachbar aus Kostengründen die Heizung herunterdreht."Ulrich Suffner

Schon jetzt ist ebenso klar, dass eine weitere große Herausforderung für den Kanzler und seine Ampel darin bestehen wird, einen wirtschaftspolitischen Spagat hinzulegen. Einerseits müssen soziale Härten und damit womöglich auch soziale Unruhen verhindert werden. Andererseits darf aber auch nicht der Anreiz verloren gehen, Strom und Gas zu sparen.

So merkwürdig das klingen mag: Staatliche Hilfe muss sich in den nächsten Monaten die Waage halten mit dem Anspruch an alle Bürgerinnen und Bürger, selbst Verantwortung in dieser existenziellen Krise zu übernehmen.

Nicht länger auf die Bundesregierung schauen

Der mittlerweile 300 Milliarden Euro teure Doppelwumms des Kanzlers mag als Hilfeleistung für Unternehmen und private Haushalte notwendig sein. Aber ganz sicher sollte das Gemeinwesen in den nächsten Monaten auch eigenes privates Handeln und persönlichen Verzicht einfordern. Es verheißt nichts Gutes für den kommenden Winter, dass der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe in der vergangenen Woche deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre lag. Ganz offensichtlich nutzt noch nicht jeder in Deutschland seine Potenziale, Strom und Gas zu sparen.

Wer sich in diesen Tagen berechtigter Weise vor Arbeitsplatzverlusten, staatlichen Zwangsmaßnahmen oder dem Konkurs seiner Firma fürchtet, der darf nicht länger nur auf die Bundesregierung schauen. Was ist mein konkreter Beitrag zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes? Es reicht nicht, wenn nur der ärmere Nachbar aus Kostengründen die Heizung herunterdreht.

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