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Energiekrise: Landkreise wollen Kernkraft vorübergehend weiter nutzen

Mit einem Schreiben hat sich die Gemeinschaft "Das Oldenburger Land" an verschiedene politische Vertreter gewandt. Mitglieder sind dabei unter anderem die Landkreise Cloppenburg und Vechta.

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Symbolfoto: dpa

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Hilferuf an die Politik: Die Gemeinschaft „Das Oldenburger Land“ fordert in einem Brief schnelle und nachhaltige Konzepte zur Sicherung der Energieversorgung und der Bewältigung der extrem steigenden Beschaffungskosten. Unter anderem wird darin eine vorübergehende Fortführung der Kernkraft ins Spiel gebracht, dies teilte der Landkreis Cloppenburg offiziell mit. 

Demnach ging das Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), Umweltminister Olaf Lies (SPD) sowie die oldenburgischen Abgeordneten in den Parlamenten. Unterzeichner sind die Landkreise Cloppenburg und Vechta, Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch sowie die kreisfreien Städte Oldenburg, Delmenhorst und Wilhelmshaven. Unterstützung kommt von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer Oldenburg, vom Arbeitgeberverband Oldenburg und vom Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade.

„Die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelösten Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten wirken sich auch auf das Oldenburger Land mit allen Konsequenzen unmittelbar aus"Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg

"Die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelösten Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten wirken sich auch auf das Oldenburger Land mit allen Konsequenzen unmittelbar aus", sagt Cloppenburg Landrat Johann Wimberg, der auch Vorsitzender der Gemeinschaft ist. Es sei abzusehen, dass es zu weiteren erheblichen Kostensteigerungen kommen werde, die viele Unternehmen, aber auch die meisten Bürger finanziell überfordern. 

Auch das Abschalten von Energienetzen sei in der gegenwärtigen Situation ein durchaus realistisches Szenario, das mit sehr ernsthaften Konsequenzen verbunden sei. „Die daraus resultierenden Folgen für das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben in unserem Land besorgen uns sehr“, erklären die Unterzeichner. Diese Entwicklung erfordere eine konzertierte und regionsübergreifende Reaktion aller Akteure. In einem ganzheitlichen Ansatz zwischen Land, Bund und EU sollten kurzfristig alle derzeit zur Verfügung stehenden Erzeugungsmöglichkeiten genutzt werden: "Neben Kohle und Gas gehört dazu auch die weitere vorübergehende Nutzung der Kernkraft". In dieser Lage dürfe es kein Spiel mit der Versorgungssicherheit geben.

Energiekrise: Die Landkreise fordern eine Versorgungssicherheit und Kostendeckelung. Symbolfoto: Hermes Energiekrise: Die Landkreise fordern eine Versorgungssicherheit und Kostendeckelung. Symbolfoto: Hermes 

Kostenentwicklung soll weiter im Blick behalten werden

Neben der Versorgungssicherheit müsse die Politik aber auch die Kostenentwicklung deutlich wirksamer begrenzen, damit der wirtschaftliche Schaden durch unzählige Zahlungsunfähigkeiten begrenzt werden könne. „Eine konsequente Deckelung der Energiepreise ist daher aus unserer Sicht dringend geboten. Andere europäische Länder gingen diesen Weg bereits“, heißt es weiter. Nach den jüngsten Ankündigungen müssten nun schnellstmöglich konkrete Entscheidungen getroffen werden.

Um gravierende soziale und ökonomische Verwerfungen abzuwenden oder wenigstens zu vermindern, müssten jetzt konsequente politische Maßnahmen ergriffen werden, auch wenn dies den Staatshaushalt für einige Jahre massiv belasten werde. „Für die Sicherung unserer Demokratie und der finanziellen Überlebensgrundlagen von Bevölkerung und Wirtschaft dürfte aber eigentlich kein Preis zu hoch sein“, so die Unterzeichner.

Daher seien die politischen Vertreter gefordert, ihren Einfluss geltend zu machen, um gemeinsam im Interesse der gesamten Volkswirtschaft eine größtmögliche Sicherheit zu schaffen: „Es ist sonst ernsthaft zu befürchten, dass der Schaden für unser Land und die europäischen Volkswirtschaften ungleich höher sein wird, wenn jetzt die vorgenannten konsequenten Maßnahmen ausbleiben.“

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