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"Endlich die Trägheit überwinden"

Thema: Impfkampagne schleppt sich nur langsam voran – Gerade bei den Booster-Impfungen ist jedoch Tempo gefragt. Doch auf allen Ebenen wurde bislang zu wenig getan.

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Frage: Was machst Du, wenn du eine Schlange siehst? Antwort: hinten anstellen! In Altenoythe hatten Impfwillige am Montag dazu Gelegenheit. Gerade für die Älteren, die sich jetzt „boostern“ lassen wollen, wurde die Steherei irgendwann zur Zumutung. Einige zogen unverrichteter Dinge wieder ab und warten jetzt auf eine neue Gelegenheit.

Wer keinen Termin bei seinem Hausarzt bekommt, ist auf die Angebote der Landkreise angewiesen. Im Kreis Cloppenburg ist das mobile Impfteam aber erst am Freitag wieder im Einsatz - dann geht es nach Cappeln wo die Schlange ähnlich lang werden dürfte. Der Kreis Vechta macht es da etwas besser. Gleich zweimal wird dort am Mittwoch geimpft - in Lohne und in Vechta. Am Donnerstag steht Steinfeld auf der Liste. Das ist gut, aber es reicht nicht.

Denn die Zeit drängt. Bis zum Winter müssen so viele Menschen, wie irgend möglich, geimpft sein, ansonsten droht nach der vierten gleich die fünfte Coronawelle. Wenigstens die Alten und alle anderen, die ihren Impfschutz auffrischen wollen, müssen versorgt werden. Die Pomadigkeit, mit der sich die Impfkampagne derzeit durch das Land schleppt, ist daher kaum noch zu ertragen.

Bund, Land und Landkreise müssen jetzt mehr tun

Immerhin: das Gesundheitsministerium will jetzt die Zahl der Impfteams verdoppeln und Schwerpunktpraxen fördern. Die Frage bleibt: warum erst jetzt? Dass die Booster-Impfung notwendig ist, war seit langem klar. Und dass die Fallzahlen ab Herbst wieder steigen würden, haben Experten ebenfalls vorausgesagt. Aber wer hört schon auf die? Stattdessen wurden die Impfzentren voreilig geschlossen, also die Orte, an denen die Erst- und Zweitimpfungen ohne lange Wartezeiten vorgenommen wurden. Eine Fehlentscheidung!

Der Bund, das Land, aber auch die Landkreise müssen jetzt mehr tun. Und dabei notfalls auf die Bürokratie pfeifen. So wie in Tübingen. Dort wurde das Impfzentrum kurzerhand wiedereröffnet – als "Pop-up-Impf-Ort“. Das klingt lustig, aber die Tübinger haben den Ernst der Lage erkannt – und handeln danach.

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