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Empörung reicht nicht

Thema: Krawalle in Stuttgart - Eine strengeres Strafrecht ist nach den Vorfällen in Baden-Württembergs Hauptstadt nicht notwendig. Das Vorhandene muss bloß strenger angewendet werden.

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Deeskalierend sollen die Polizisten agieren, während ihnen von einer Krawall-Meute die Köpfe eingeschlagen werden. Fassungslos, fast wie gelähmt steht der deutsche Rechtsstaat daneben und empört sich. Wieder einmal.

Nein, für die jüngsten Ausschreitungen in Stuttgart gibt es keine Rechtfertigung. Keine. Auch das jugendliche Alter der Randalierer relativiert in keinster Weise die zügellose Gewalt. Polizeibeamte halten im wahrsten Wortsinn ihren Kopf für uns hin, müssen sich immer häufiger gegen Prügelattacken schützen.

Natürlich: Der größte Teil der Bevölkerung steht hinter den Beschützern unserer gesellschaftlichen Grundwerte und verurteilt die dramatischen Vorfälle. Das Problem: Sie tut es in aller Stille. Stattdessen bestimmt die gröhlende und prügelnde Meute das Geschehen. Jede Grenze des Respekts vor dem Staat und damit vor der großen Mehrheit der Menschen ist verloren gegangen.

Warum? Die belastbare Beantwortung dieser Frage wäre eine wissenschaftliche Herausforderung. Aber es geschieht unter anderem auch deswegen, weil sich kaum jemand der Beteiligten ernsthafte Sorgen wegen etwaiger Konsequenzen machen muss. Empörung und Entrüstung reichen nicht aus. Dabei geht es nicht etwa alleine um eine konsequente Bestrafung der Täter, sondern auch um die Mehrheit der Menschen im Lande, bei der die Wut wächst und sich möglicherweise an anderer Stelle Bahn bricht. Es geht auch um Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Verschärfung des Strafrechts als Reaktion, so wie es einige Politiker fordern? Nein. Das ist nicht zielführend. Aber eine strenge Anwendung des vorhandenen juristischen Spielraums. Das wäre was.

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