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Eltern, Kinder und Friseure warten auf Nachricht aus dem Kanzleramt

Welche Ergebnisse vom Corona-Gipfel wird Angela Merkel am Mittwoch verkünden? Klar ist: Der Lockdown wird abermals verlängert. Doch: Gibt es erste Lockerungen?

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Foto: dpa

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Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch nach der Konferenz mit den Ministerpräsidenten im Presseraum des Kanzleramtes Platz nimmt, dann werden Eltern, Kinder und Friseure große Hoffnungen hegen. Denn es sickert durch, dass es für sie erste Lockerungen im Lockdown geben könnte - oder zumindest eine greifbare Perspektive. Ein Überblick:

Eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdowns ist wahrscheinlich. «Ich denke, was realistisch ist, dass wir miteinander sagen, dass der Lockdown bis zum 1. März fortgesetzt werden soll», sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), in den ARD-«Tagesthemen». Auch Merkel hatte sich gegen Lockerungen vor dem 1. März ausgesprochen. Die Zeit, in der die britische Virus-Variante noch nicht die Oberhand gewonnen habe, sei entscheidend, um mit aller Kraft die Infektionszahlen herunter zu bekommen, sagte sie nach Informationen der dpa in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion.

Neben vielen weiteren Ministerpräsidenten wird diese Position auch von mehreren Interessensgruppen vertreten. «Wir dürfen keinen erneuten Lockdown riskieren, nur weil wir uns nach Normalität sehnen und jetzt zu schnell die Maßnahmen lockern. Es führt wohl kein Weg daran vorbei, die Beschränkungen zu verlängern», sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung der «Rheinischen Post». Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): «Wir müssen den Lockdown in dem jetzt bestehenden Umfang mindestens bis Anfang März fortführen.

Im Gespräch ist aber offenbar ein Ausnahme: Demnach sollen Friseure unter strikten Hygiene-Auflagen bereits Anfang März wieder öffnen können. Entschieden ist das alleridngs noch nicht.

Ständig wird betont: Schulen haben oberste Priorität bei den Öffnungen. Ob es jetzt schon Zeit ist - darüber herrscht noch keine Einigkeit. Merkel sei der Auffassung, mit jeglichem Öffnungsschritt bis 1. März zu warten, hieß es nach dpa-Informationen in der Online-Sitzung. Auch die Intensivmediziner von DIVI sprachen sich dafür aus, noch bis Anfang März zu warten. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Gerade angesichts der schwer kalkulierbaren Gefahren durch die Virusmutation müssen wir bei der Öffnung der Schulen vorsichtig vorgehen.» Er empfehle, lieber noch ein, zwei Wochen zu warten als zu früh zu viel zu riskieren.

Andererseits haben bereits mehrere Länder konkrete Pläne, Kitas und Schulen ab kommender Woche schrittweise wieder zu öffnen. So kündigte Sachsen, das im Dezember als erstes Land flächendeckende Schul- und Kitaschließungen angeordnet hatte, als erstes Land an, Grundschulen und Kitas ab kommenden Montag in eingeschränktem Betrieb zu öffnen. Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) beschloss einstimmig, dass ab 15. Februar nach den Abschlussklassen auch untere Jahrgänge wieder zur Schule gehen sollen - «wenn die gute Entwicklung der Inzidenzwerte anhält», wie die KMK-Vorsitzende Britta Ernst (SPD) aus Brandenburg sagte.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht nicht davon aus, dass es nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch einen bundesweiten Stufenplan zu Corona-Lockerungen geben wird. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview der ARD-«Tagesthemen» sagte Weil am Dienstagabend: «Nein noch nicht morgen, aber wir müssen unbedingt diese Diskussion miteinander führen.» Viele Bürgerinnen und Bürger würden mit Recht fragen, wie es denn jetzt eigentlich weitergehen solle. «Die Antwort wird morgen noch nicht erfolgen können, das ist jedenfalls mein Eindruck, aber sie muss dann beim nächsten Mal stattfinden.»

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