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Eltern hoffen auf Nachbesserungen bei Kita-Platz-Vergabe

In Bunnen und Benstrup sind einige Eltern unzufrieden. Sie sollen ihre Kinder nach Löningen bringen, noch dazu in unterschiedliche Einrichtungen.

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Gipfeltreffen: Die Kita-Leiterinnen, die Verantwortlichen  von Träger und Stadt berieten über Probleme bei der Vergabe der Kita-Plätze. Foto: Willi Siemer

Gipfeltreffen: Die Kita-Leiterinnen, die Verantwortlichen  von Träger und Stadt berieten über Probleme bei der Vergabe der Kita-Plätze. Foto: Willi Siemer

Auf einem "Gipfeltreffen" haben sich die katholische Kirchengemeinde St. Vitus, das Caritas-Sozialwerk als Träger, alle Kita-Leiterinnen und die Stadt mit Bürgermeister Marcus Willen, dem Ersten Stadtrat Thomas Willen und Fachbereichsleiter Ulrich Keil über die Vergabe von Kita-Plätzen nach den Ferien beraten.

Anlass ist der Unmut von einigen Eltern aus Bunnen und Benstrup, die bereits einen Platz zugeteilt bekommen haben, aber ihre Mädchen und Jungen nicht in die Einrichtungen vor Ort schicken können. Sie müssten, weil dort nichts frei ist, in eine der 3 Löninger Kindergärten fahren. Der Haken: Nicht alle haben ein Auto. Andere Familien fürchten, die Kinder verlieren den Kontakten zu ihren Freunden im Ort. Zumal nicht alle Kinder aus Bunnen in einer Einrichtung sind. Es wäre doch gut, wenn die Bunner Kinder dann wenigstens in Löningen an der Bunner Straße betreut werden würden, da diese Kita am verkehrsgünstigsten gelegen sei und Fahrgemeinschaft gebildet werden könnten, wünschte sich eine Mutter.

Keil weist die Kritik der Bunner Eltern zurück

Diese Situation sei entstanden, weil die Bunner Eltern unterschiedliche Zweitprioritäten angegeben hätten, erklärte Keil. Hier werde nun versucht, eine Lösung zu finden. Er erlebe als einer der Verantwortlichen, dass auf allen Ebenen versucht werde, allen Wünschen so weit wie eben möglich gerecht zu werden, ergänzte Dechant Bertholt Kerkhoff.

Wenn dies – wie aktuell – nicht immer gelinge, liege das nicht am Willen der Verantwortlichen. Allein im Regelbereich seien 90 zusätzliche Plätze in den vergangenen 4 Jahre geschaffen worden, hob Caritas-Geschäftsführer Klaus Karnbrock als Träger der Kita an der Bunner Straße hervor. Seit etlichen Jahren sei der Ausbau der Kleinkinderbetreuung eine der wichtigsten Aufgaben, für die bisher etliche Millionen ausgegeben worden seien. Trotz aller Anstrengungen sei es nicht gelungen, mit dem Bedarf Schritt zu halten, sagte Marcus Willen.

Verantwortliche stehen hinter dem Vergabeverfahren

Richtig sei dennoch, an einem zentralen Vergabeverfahren festzuhalten. Es sei von allen Beteiligten erarbeitet worden. Der Rat habe mit Mehrheit zugestimmt, betonte der Bürgermeister. Höchste Priorität haben das Kindeswohl und der jeweilige Förderbedarf. Wenn es eben möglich sei, würden natürlich auch Wünsche berücksichtigt. Etwa, Zwillinge in einer Einrichtung unterzubringen, so Willen: "Wir als Stadt haben hier kein Gestaltungsinteresse, die Vergaberichtlinien sind der einzig richtige Weg."

Zudem machten die Verantwortlichen die vielen Unwägbarkeiten bei der Bedarfsplanung deutlich. Hier kommen nach Angaben von Bürgermeister Marcus Willen mehrere Entwicklungen zusammen. Zum einen sei die Zahl der Geburten in den letzten Jahren von bisher 132,6 auf 149,5 pro Jahr und 2018 und 2019 sogar auf 152,5 gestiegen. Zum Zweiten sei auch das Interesse an Regelgruppenplätzen durch die im Gesetz verankerte Beitragsfreiheit noch einmal gewachsen. Fast jeder wolle einen Platz. 

Dazu komme die Regel für Kann-Kinder. Sie besagt, dass die Eltern der zwischen Juli und Ende September geborenen Kinder bis zum 11. Mai die Wahl haben, den Nachwuchs zur Schule zu schicken oder im Kindergarten zu lassen. Diese Möglichkeit haben zurzeit 15 Eltern. Das bedeutet, dass im günstigsten Fall nach den Sommerferien 140 frei werdende Regelgruppen-Plätze genutzt werden können und im schlechtesten Fall nur 125. Es liegen aber für das neue Kindergartenjahr 151 Anmeldungen vor. Selbst wenn diese Zahl noch sinkt: Nicht alle Mädchen und Jungen können im Sommer einen Kitaplatz erhalten.

2021 verlassen 112 Kinder die Kitas, 2022 sind es 148 Kinder

Umgekehrt könne in einem solchen Fall nicht sofort eine weitere Regelgruppe geschaffen werden. Es sei schwierig, Erzieherinnen zu finden. Auch die Kosten müssten gedeckt sein. Und: Die Zahl der Mädchen und Jungen, die im Sommer die Löninger Kindergärten verlassen, schwankt nach Angaben von Fachbereichsleiter Ulrich Keil sehr stark, sodass auch hier schwer geplant werden könne. In einigen Wochen verlassen "nur" 112 Kinder die Löninger Kitas, im kommenden Jahr seien es dagegen 148. Das bedeute, dass schon 2022 möglicherweise alle problemlos einen Platz erhalten könnten. Die Stadt müsse aber am Ball bleiben und perspektivisch weitere Kita-Plätze bieten können. Aktuell werden an 3 Standorten weitere Kapazitäten mit Millionen-Aufwand geschaffen, so Willen.

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