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Einwohner diskutieren über Dichtekonzept

Nachverdichtung in Bösel: Die Einwohner erörterten jetzt die bauliche Entwicklung in ihrer Gemeinde und in Petersdorf. Ein neues Konzept sieht vor, dass 4 Zonen bebaut werden sollen.

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Heiß diskutiert: Etwa 80 Bürger verfolgten in der BiB-Arena die Ausführungen des Planers über die künftige Innenentwicklung der Gemeinde Bösel. Foto: Pille

Heiß diskutiert: Etwa 80 Bürger verfolgten in der BiB-Arena die Ausführungen des Planers über die künftige Innenentwicklung der Gemeinde Bösel. Foto: Pille

Zum Thema "bauliche Entwicklung in Bösel und Petersdorf" hat die Gemeindeverwaltung am Mittwochabend zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. Ein Dichtekonzept als Orientierungsrahmen soll künftig die strukturschützende und bestandsorientierte Nachverdichtung steuern und Planungssicherheit für Bebauungspläne geben.

Bürgermeister Hermann Block betonte, dabei gehe es nach dem Grundsatz "Innen- vor Außenentwicklung". "Wir dürfen bei den Planungen nicht der Landwirtschaft Gebiete für die eigene Entwicklung nehmen." Vorgestellt wurde das "Konzept zur Innenentwicklung der Gemeinde Bösel". Etwa 70 Bürgerinnen und Bürger waren unter strengen Corona-Bedingungen in die BiB-Arena gekommen, um sich von der NWP-Planungsgesellschaft Oldenburg über die Pläne und deren Auswirkungen informieren zu lassen.

Konzept sieht jetzt die Festlegung von 4 Zonen vor

Ausgelöst worden war die Diskussion über die städtebauliche Entwicklung in Bösel, als zunehmend Investoren Grundstücke kauften und dann alte, bestehende Baupläne, die oftmals eine hohe Ausnutzung zuließen, mit Großbauten ausreizten. Rechtlich war dieses Vorgehen zwar in Ordnung, das Ergebnis aber schockte die Anwohner. Denn es sind Gebäude, die nach ihrer Auffassung nicht in das vorhandene Ortsbild passen. Das führte zu Unfrieden und erheblichen Nachbarschaftskonflikten und gipfelte 2019 in der Gründung einer "Initiative Bürgerbegehren" mit der Forderung, kleinteilige sozialraumverträgliche Siedlungsstrukturen mit Einfamilienhäusern zu schützen.

Nicht nur das Bauvolumen stoße den Menschen sauer auf. Zusätzliche Wohneinheiten bedeuteten gleichzeitig eine größere Anzahl Personen und Fahrzeuge, sagte der Planer der NWP, Diedrich Janssen: "Es besteht die Gefahr einer ungesteuerten Verdichtung eines Gebiets." Deshalb habe die Gesellschaft vorhandene Bebauungspläne für Bösel und Petersdorf akribisch ausgewertet und die örtliche Siedlungsstruktur überprüft, so Janssen.

Das Konzept sieht jetzt die Festlegung von 4 Zonen vor, die sich aus der vorhandenen Bebauungsdichte ergeben. Je nach Zone sollen bestimmte Rahmenbedingungen für die zukünftige verträgliche Bebauung gelten. "Das kann sowohl durch das Schaffen neuer Baurechte, aber auch durch die Rücknahme bestehender, nicht ausgenutzter Baurechte erfolgen", sagte Janssen. So sollen, gemessen an der bestehenden Bebauung, unter anderem die Anzahl der zulässigen Geschosse und der Wohneinheiten festgelegt werden.

Bürgerinnen und Bürger sollen Stellungnahmen und Vorschläge einreichen

Eine Zone 1, die in den Plänen violett gezeichnet ist, kennzeichnet in Bösel beispielsweise den Bereich mit der höchsten Dichte (neben dem zentralen Versorgungsbereich), in dem sowohl zentrales Wohnen, Sonderwohnnutzung und gewerbliche Nutzung stattfinden kann. Hier soll es – im Gegensatz zu den anderen Zonen – auch keine Begrenzung der Wohneinheiten geben.

Die soll es nach den Plänen aber sehr wohl in einer 3. Zone geben, die bislang gekennzeichnet war durch Einfamilienhäuser. Hier sollen vier Wohneinheiten (mindestens 200 Quadratmeter Baugrundstücksfläche pro Wohneinheit) mit maximal 2 Geschossen – auch mit Wohnen im Dachgeschoss – erlaubt sein. Zurückhaltend will die Gemeinde weiterhin mit sogenannten „Staffelgeschossen" umgehen, die oft baubezirksmäßige Einschränkungen bezüglich der Geschossigkeit umgehen.

Etliche Fragen und strittige Punkte diskutierten die Teilnehmer mit dem Bürgermeister und dem Planer bereits an Ort und Stelle. Block bat die Bürgerinnen und Bürger um Stellungnahmen, Anregungen und Vorschläge möglichst bis zum 15. August. Das sei jedoch keine Ausschlussfrist, denn erst am 19. Oktober will der Gemeinderat über die Pläne befinden. Alle Pläne sind ab sofort auf der Internetseite www.boesel.de als Download zu finden.

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