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Einmal ohne Plastik zum Mitnehmen: CDU Lohne will über Take-away-Verpackungen aufklären

Die Christdemokraten wollen über die umweltfreundliche Alternative aufklären. Anlässlich der Umweltwoche im Landkreis suchen sie den Dialog mit Gastronomen und starten eine Bürgerumfrage.

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Hat sich Gedanken gemacht: Christina Renner mit Beispielen für kompostierbare oder Mehrweg-Verpackungen. Foto: Timphaus

Hat sich Gedanken gemacht: Christina Renner mit Beispielen für kompostierbare oder Mehrweg-Verpackungen. Foto: Timphaus

Ob Gyrosteller, Schnitzel mit Pommes oder bunter Salat – am Ende bleibt ein Berg Plastikmüll. Wer Essen zum Mitnehmen bestellt, der erhält die Speisen fast immer in Verpackungen aus Styropor. Dem CDU-Stadtverband Lohne ist dies ein Dorn im Auge. Anlässlich der Umweltwoche im Landkreis Vechta starten die Christdemokraten eine Werbekampagne für kompostierbare Behältnisse und Mehrweg-Geschirr als umweltfreundliche Alternativen.

Christina Renner hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die CDU-Ratsfrau klärt auf, dass Einwegverpackungen in der EU ab Juli 2021 verboten sind. Damit stehen Imbiss- und Restaurantbesitzer vor einer Herausforderung. 

Renner berichtet, dass sie in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Lohner Gastronomen gesprochen habe. Sie sagt: "Einige sind schon aktiv, nutzen umweltfreundliche Verpackungen oder informieren sich über das Thema. Anderen war die Situation bisher gar nicht so bewusst." Der Außer-Haus-Verkauf sei während der Corona-Pandemie zwar angestiegen, so Renner, aber es sei weiterhin nicht das Kerngeschäft der Betriebe. "Sie befinden deshalb im Zwiespalt."

Die Bereitschaft ist da, aber es herrscht Unsicherheit

Sie erklärt, dass die Imbiss- und Restaurantbesitzer sich nach Alternativen umschauen müssten. Gleichzeitig lohne sich die Einführung eines Mehrweg-Pfandsystems erst, wenn viele Gastronomiebetriebe sich zusammenschließen. Schließlich sei eine Umstellung eine Kostenfrage. "Die Bereitschaft ist da, aber es herrscht Unsicherheit."

Laut Renner muss es das langfristige Ziel sein, dass To-Go-Verpackungen mehrfach nutzbar sind. Sie nennt eine Mehrweg-Salatschale der Firma Atka als Beispiel. Doch bis zur vollständigen Umstellung auf Mehrweg ist es ein weiter Weg, weiß sie.

Langfristiges Ziel ist die Etablierung von Mehrweg

Als Zwischenschritt sei deshalb über kompostierbare Materialien nachzudenken, sagt Renner. Doch auch dabei gibt es einen Haken: Aktuell ist aufgrund der geringen Mengen noch keine geeignete Kompostierung durchführbar. Das bedeutet: Auch kompostierbare Schalen und Behälter gehören aktuell noch in die Schwarze Tonne – wie übrigens auch die Styropor-Verpackung. "Umso mehr umsteigen, desto schneller ändert sich etwas in diesem Bereich", sagt sie.

Renner und ihren Parteikollegen geht es nun darum, Aufklärung zu betreiben. "Nur wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, können neue Ideen entstehen", sagt der CDU-Fraktionschef Norbert Hinzke. Es stelle sich auch die Frage, ob der Verbraucher dazu bereit sei, für Mehrweg-Geschirr mehr zu bezahlen.

Dazu passt: Die globale Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners hatte jüngst Verbraucher online zum Thema „Nachhaltige Produktverpackungen“ befragt. Knapp 3/4 der Teilnehmer geben an, Wert auf eine nachhaltige Verpackung zu legen. Die Ergebnisse zeigen auch: 83 Prozent sind bereit, dafür mehr zu zahlen, im Durchschnitt sogar einen Aufpreis von 6,5 Prozent.

Der CDU-Stadtverband will nun die Meinung der Lohner Bürger einholen. Die Christdemokraten haben einen Fragenkatalog entwickelt, den sie über die Social-Media-Plattformen verbreiten. "Möglicherweise legen wir auch Zettel in den Restaurants und Imbissen aus", sagt Renner.

Hinzke stellt CDU-Antrag zu dem Thema in Aussicht

Die Ergebnisse ihrer Befragung wollen sie an die Gastronomen weiterleiten. "Das könnte über eine Hemmschwelle hinweghelfen", sagt die CDU-Ratsfrau. Sie plädiert dafür, im gemeinsamen Dialog eine Lösung zu finden. Am Ende könnte dann auch ein Antrag in den politischen Gremien stehen, stellt Hinzke in Aussicht.

Renner sagt: "Wir wissen, dass es nicht reichen wird, sich lediglich in der Umweltwoche damit zu beschäftigten. Deshalb wollen wir das Thema perspektivisch angehen."

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