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Einkaufsbummel ohne Maske? Wohl erstmal nicht

Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann rudert zurück: Nachdem er sich am Wochenende dahingehend äußerte, die Maskenpflicht beim Shoppen zu beenden, revidierte er am Montag seine Aussage.

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) betrachtet ein neues Schutzvisier im Laserzentrum Hannover. Foto: Peter Steffen/dpa

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) betrachtet ein neues Schutzvisier im Laserzentrum Hannover. Foto: Peter Steffen/dpa

Für ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel ist es aus Sicht mehrerer Bundesländer noch zu früh. Das sieht jetzt auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) so. Er hatte sich allerdings noch am Wochenende anders geäußert. Gegenüber der "Welt am Sonntag" hatte sich Althusmann zuvor dafür ausgesprochen, die strikte Maskenpflicht im Einzelhandel künftig auf freiwilliger Basis zu regeln. "Die Maskenpflicht signalisiert eine Gefahr, die es angesichts der regelmäßigen Abstände in großen Teilen des Einzelhandels nicht gibt", sagte er.

Das sorgte in Hannover offenbar für Unmut. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) widersprach dem Vorschlag Althusmanns. «Der Ministerpräsident ist nach wie vor der Auffassung, dass wir sehr vorsichtig sein müssen im Umgang mit dem Corona-Virus. Gerade der Herbst wird nach Prognose vieler Wissenschaftler eine Bewährungsprobe für den Infektionsschutz werden. Wir dürfen uns deswegen nicht vorschnell in Sicherheit wiegen wegen geringer Infektionszahlen im Sommer», erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Bund und Länder hätten erst vor kurzem an den bestehenden Regelungen insbesondere auch zur Maskenpflicht festgehalten. «Einstweilen werden wir dabei bleiben müssen», so Pörksen.

Debatte auch in Meckelnburg-Vorpommern

Am Montag ruderte nun Atlhusmann gegenüber dem NDR zurück: "Ich spreche mich keinesfalls für eine völlige Aufhebung der Maskenpflicht aus", sagte Althusmann gegenüber dem Sender NDR Info. "Das wäre noch viel zu früh." Er habe nur angedeuten wollen, dass in den kommenden Monaten eine Lagebewertung mit Blick auf das Infektionsgeschehen vorgenommen werden müsse.  Er kündigte an, nach der Sommerpause die Lage innerhalb der Landesregierung neu beraten zu wollen.

Dieselbe Debatte hat es zuvor in Mecklenburg-Vorpommern gebeben. Wirtschaftsminister Harry Glewe  (CDU) preschte am mit der Abschaffung der Maskenpflicht vor und wurde dafür von Landeschefin von Manuela Schwesig (SPD) ausgebremst: "Die Landesregierung habe gerade erst die Mund-Nasen-Schutzpflicht bis August verlängert, weil sie wichtigen Schutz biete. Entscheidungen könnten erst nach Gesprächen getroffen werden", ließ sie über Regierungssprecher Andreas Timm verlauten.

Auf offene Ohren stieß eine Abschaffung der Maskenpflicht erwartungsgemäß beim Handel - aber auch hier nur mit Einschränkungen: «Für den Einzelhandel ist es gut, wenn die Maskenpflicht, sobald dies gesundheitspolitisch möglich und vernünftig ist, abgeschafft wird», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Sonntag der dpa. Die Einschätzung, wann und in welchen Regionen dieser Schritt möglich sei, müssten aber Politik und Medizin treffen.

"Ich verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. Aber das Virus ist noch da."Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte hingegen zur Vorsicht. «Ich verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. Aber das Virus ist noch da. Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten», schrieb der CDU-Politiker am Sonntagabend auf Twitter.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte vor einer Aufhebung der Regelung. «Die Maskenpflicht im Handel ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus. Es wäre das völlig falsche Signal, diese Pflicht jetzt schon wieder aufzuheben», sagte Lauterbach der «Rheinischen Post». «Schafft eine Landesregierung die Maskenpflicht ab, experimentiert sie mit der Gesundheit der Menschen und erhöht das Risiko für eine zweite Infektionswelle.»

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene hat sich ebenfalls gegen die Aufhebung ausgesprochen. Sie sende das falsche Signal, dass die Situation im Griff sei. «Das können wir aber so nicht feststellen», sagte Martin Exner am Sonntag der dpa. Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf Anfrage darauf, sich generell nicht zu konkreten Maßnahmen vor Ort zu äußern.

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